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Letzte Änderung

am 17.12.2013

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12. Februar 08

Um 20.40 Uhr starteten wir von München nach Mombasa

13. Februar 08

In Mombasa landeten wir um 06.40 Uhr. Das Flugzeug war nur ca. 70 % besetzt, leider hatten sehr viele Leute die Unruhen gefürchtet und umgebucht. Bisher waren 3 Flugzeuge am Terminal, diesmal nur wir. Mein Koffer kam als letzter, hatte schon Angst, dass ich in Kenia 2 Wochen ohne Kleidung aushalten muss.
Raster holte uns vom Flughafen ab. Wir fuhren gleich zu Eric und weiter zu Aweso.
Josef stieß auch zu uns und fuhr noch mit ins Hotel und holte sich die Geschenke von Nina und Maria ab.
Anschließend gingen wir Mittagessen, den Nachmittag verschliefen wir am Pool. Wir wurden nur von Abdhilla gestört, der das Geld von Andrea abholte. Wir ließen uns dies bestätigen und er war auch gleich wieder weg. Er wollte uns in den nächsten Tagen noch eine Bescheinigung für Andrea vorbeibringen.
Leider war das Hotel fast leer. Es waren nur 3 Franzosen und wir da. Von den paar Angestellten die noch Arbeit hatten, wurden wir sehr herzlich begrüßt. Das ganze Land setzte große Hoffnung in die Vermittlungsgespräche von Kofi Annan zwischen Kibaki und Odinga. Sollten diese scheitern, würden sie wieder weit zurückfallen. Die Lebensmittelpreise würden sich drastisch erhöhen, Touristen blieben aus und sehr viele Arbeitsplätze gingen dadurch verloren, ganz zu schweigen von den Unruhen die dann wieder aufflammen würden. Hoffentlich geht alles gut. Auch für unser Projekt.

14. Februar 08

Nachdem Frühstück holte uns Josef um 10.00 Uhr vom Hotel ab.
Wir machten uns auf den Weg zur Touristen-Polizei, damit Josef keine Probleme bekam, wenn er mit uns unterwegs war. Dann ging es weiter zu unseren Familien Kahindi und Karembo. Wir wurden sehr herzlich begrüßt. Mama Karembo konnte es immer noch nicht fassen, dass ihr wirklich jemand half. Wir machten eine Bestandsaufnahme, was alles benötigt wurde. Mama Kahindi war leider krank, sie hatte Wasser in der Lunge. Wir schickten sie sofort zum Arzt und sagten ihr, dass sie die Medikamente auch weiter nehmen müsste, wenn wir wieder weg seien. Josef sollte sich darum kümmern. Sie sollte auch viel Milch trinken, wegen Kalziummangel. Oliver hatte Hautpilz am Kopf, er musste auch zum Arzt. Kahindis brauchten einen Maurer für den Estrich im Zimmer und das Fenster musste neu gemauert werden. Und was ganz wichtig war: Lebensmittel. Sie hatten sehr wenig zu essen, da die Lebensmittelpreise um das dreifache gestiegen waren und somit die Lebensmittel unerschwinglich waren.
Bei Mama Karembo stellten wir fest, dass drei Kinder den gleichen Hautpilz hatten wie Oliver. Sie mussten auch zum Arzt. Ansonsten war alles gesund. Auch das Baby Margret war topfit, dank der Muttermilch. Sie war schon sehr groß. Zur Geburt musste Mama Karembo ins Krankenhaus. Bei unserem letzten Besuch hatten wir ihr versprochen, wenn es sein muss, würden wir diese Kosten erstatten. Natürlich benötigte auch sie Lebensmittel. Ebenso wie Mama Kahindi, allein erziehende Mutter mit 5 Kindern ohne Arbeit.
Danach sind wir zu Josefs Heim gefahren. Das Baby Ashni war natürlich sehr süß und hatte großen Hunger. Momentan wohnte auch die Mutter von Josef bei ihnen, damit Saumu etwas entlastet war. Es ging ihr nach dem Kaiserschnitt noch nicht so gut. Auch die Schwestern von Josef, Rose und Pendo waren da. Rose wurde von uns (freie Spenden) in der Secondary-School unterstützt. Wir wurden von Saumu für einen der nächsten Tage zum Essen eingeladen. Wir machten noch einige Fotos, auch für Maria und Nina, damit sie die Kleine sehen könnten.
Dann fuhren wir zu unserem Waisenhaus. Es war schon einiges passiert, aber wegen der Unruhen konnte einige Zeit nicht gearbeitet werden. Die Versorgung im Land war Wochen unterbrochen, so dass sich unser Zeitplan nicht aufrechterhalten ließ. Leider war Justin nicht zu erreichen und wir konnten nicht in das Haus reingehen. Aber für den nächsten oder übernächsten Tag, wenn Justin wieder in Kilifi sei, vereinbarten wir einen Besichtigungstermin.
Dann ging es weiter zu dem befreundeten Waisenhaus der Müllers. Mercy wurde dort momentan angelernt. Sie freuten sich sehr, uns wieder zu sehen und lobten Mercy, sie würde eine gute Ersatz-Mama für unsere Waisenkinder. Wir besprachen noch einige Details und fuhren am Nachmittag wieder zurück ins Hotel. Josef begleitete uns.
Um 18.00 Uhr kam dann auch noch Erik aus Mombasa zurück und zu uns ins Hotel. Wir planten die weitere Vorgehensweise für die nächsten Tage. Das von Stefan gesponserte Laptop und den Drucker gaben wir Erik gleich mit. Er freute sich sehr, da es seine Arbeit für uns und sein Geschäft sehr erleichtern würde.
Da Valentinstag war, der auch in Kenia gefeiert wird, gab es abends an der Strandbar ein Valentins-Menü mit Meeresfrüchten (Langusten, Kingprawns, Tintenfisch u. Krabben). Es war ein sehr schön aufgebautes Büffet, alles war schön dekoriert in rot mit Blumenarrangements. Wir genossen den Abend, leider waren nur 9 Personen zum Essen hier, wir zwei und der Rest Italiener die hier in Kilifi leben.

15. Februar 08

Wir hatten ausgemacht, dass Josef uns um 13.00 Uhr abholen sollte. Wir sind dann aber erst um 14.00 Uhr zum Büro von Eric gefahren und standen da vor verschlossenen Türen. Nicht einmal Anna war da. Josef telefonierte mit Eric und erfuhr, dass er noch in Mombasa sei und nicht vor 16.00 Uhr zurückkommen würde. Daraufhin fuhren wir alle drei zum Hotel und verbrachten einen ruhigen Nachmittag. Josef bekam unsere Geschenke und freute sich riesig.
Am Abend gab es für uns 5 Hotelgäste extra Pizza (steht nicht am normalen Speiseplan). Schmeckte sehr gut.

16. Februar 08

Josef holte uns um 11.00 Uhr vom Hotel ab. Wir fuhren zum Waisenhaus Saidi kwa Moyo und haben den Schlüssel von Mercy für unser Waisenhaus geholt. Wir trafen Irene und Valentin. Valentin zeigte gerade zwei Österreichern das Waisenhaus. Sie waren sehr beeindruckt. Ich erzählte ihnen von unserem Vorhaben und sie wünschten uns viel Erfolg. Roland unterhielt sich mit Irene über unser Projekt.
Dann ging es weiter ,die bestellten Lebensmittel holen. Wir brauchten dafür zwei TucTuc, da es für eins zu schwer war. Von unseren Familien wurden wir schon erwartet. Sie freuten sich sehr über die Lebensmittel. Für die nächsten Wochen waren sie mit Essen versorgt und konnten somit ein unbeschwertes Leben führen.
Wir bemerkten, dass auch Helka und Santa einen Hautausschlag hatten. Wahrscheinlich kam das von den gemeinsam benutzten Handtüchern. Auch sie bekamen Geld für die Medizin. Es waren Bakterien, die sich übertragen, die Behandlung sollte etwa 20 Tage dauern.
Santa und Mary brauchten auch noch Schulbücher und eine Schultasche. Wir wollten sie ihnen kaufen.
Die Zwillinge von Mama Karembo sollten in die Vorschule gehen. Die ist aber nicht frei. Sie brauchten 1000,- KSH pro Kind im Jahr und eine Uniform. Auch das ermöglichten wir ihnen
Helka war jetzt 18 Jahre alt und eine junge Frau, die nicht nur mit geschenkten Kleidern rumlaufen wollte. Sie bat mich ganz verschämt, ob ich ihr ein Kleid und Schuhe kaufen könnte. Ich verstand das nur zu gut und wollte ihr beim nächsten Besuch Geld geben, damit sie sich was kaufen kann. Heute hatten wir leider zuwenig mitgenommen. Die Behandlung vom Hautausschlag war wichtiger. Mama Kahindi bekam für 200,- KSH einen neuen Rock, der alte war schon ziemlich zerschlissen. Sie war sehr bescheiden.
Mit Kahindi haben wir ausgemacht, er solle mit Mama Karembo zum Frauenarzt gehen wegen der Permanentpille, da wir sonst nächstes Jahr wieder ein neues Baby haben. Aber nur wenn sie es auch wolle.
Die Kahindis brauchten noch zwei neue Töpfe und eine Petroleumlampe sowie Holzkohle. Kahindi sollte sich darum kümmern und alles kaufen.
Die mitgebrachten Fotos vom letzten Aufenthalt wurden mit Begeisterung entgegengenommen. Jeder wollte sich selbst auf den Fotos sehen.
Die nächste Station war Erics Büro. Wir schrieben zusammen, was wir vom Schreiner brauchten. Dann gingen wir ein paar Straßen weiter zu einem Schreiner. Wir sagten ihm, was zu tun sei und dass er einen guten Preis machen sollte. Wir fuhren mit dem TucTuc zum Waisenhaus und der Schreiner nahm Maß genommen. Es wird alles von Hand gefertigt. Die meisten Sachen aus Hartholz, was sehr teuer ist, aber dafür hält es auch länger. Der Wasseranschluss bis zum Haus war gelegt, es muss nur noch angeschlossen werden. Im Haus waren ebenfalls die Rohre verlegt und das „Bad“ fast fertig . Justin kam und wir fragten ihn, warum das Waschbecken nicht gerade montiert worden war. Er meinte, der Klempner war betrunken gewesen. Die Küche war ebenfalls fast fertig. Nur noch die Arbeitsplatte musste montiert werden, auch Arbeit des Schreiners. Wir besprachen dann noch den weiteren Baufortschritt. Justin holte noch die Preise für die noch fehlenden Materialien und Löhne.
Anschließend fuhren wir wieder zu Eric ins Büro und handelten mit dem Schreiner die Preise aus.
Wir brauchten:
4 Stockbetten á 8.500,-    34.000,-
2 Einzelbetten      11.000,-
1 großer Esstisch mit 6 Stühle    22.000,-
1 Bürotisch mit Stuhl       4.500,-
4 Regale für Kleidung u. Bücher f. Kinder    8.000,-
für den Schreiner brauchen wir:   79.500,-
Damit der Schreiner beginnen könnte, brauchte er 50 % Anzahlung. Wir würden am Montag den Betrag von der KCB abholen und ihm geben.
Anschließend schloss Roland den Laptop von Eric an und spielte ihm unsere Präsentation darauf, ebenso unsere Satzung und unseren Flyer. Auch einige Bilder, die wir in Kenia gemacht hatten, übertrug er.
Josef hatte inzwischen die Bonbons gekauft und sie am Rückweg zum Hotel im Waisenhaus abgegeben.
Inzwischen war es kurz vor 18.00 Uhr und Josef fuhr gleich wieder mit dem TucTuc zurück. Wir zogen uns im Zimmer noch Badesachen an und sprangen noch in den Pool, um den gröbsten Schmutz abzuwaschen. Es war sehr windig und die rotbraune Erde klebte an unserem Körper.
Später aßen wir dann mit den Franzosen Marie, Madeleine und Michel zu Abend.

17. Februar 08

Diesen Tag verbrachten wir an sich komplett im Hotel und am Pool.

18. Februar 08

Josef holte uns um 10.30 Uhr vom Hotel ab. Wir fuhren zu Eric, der aber noch in Mombasa war. Also machten wir uns allein auf den Weg, um alles zu erledigen. Wir fuhren zur KCB und holten das Geld für den Schreiner ab. Der Bank gaben wir den mündlichen Auftrag, dass wir monatlich die Kontoauszüge per E-Mail bräuchten. Wir müssten dies aber auch noch schriftlich nachreichen.
Dann ging es zu Fuß weiter zur Post. Unterwegs trafen wir Aweso und verabredeten uns für später, um Geld für die Franzosen zu wechseln. Über den Supermarkt ging es weiter zum Schreiner. Er stellte uns eine Quittung für die Anzahlung aus, den Rest würde er bei kompletter Lieferung bekommen.
Da sich Erics Ankunft noch etwas verzögerte, gingen wir ins Baroness etwas trinken. Da Josef noch nichts gegessen hatte, sollte er sich etwas bestellen. Er entschied sich für Samosa, das waren mit Fleisch oder Gemüse gefüllte Teigtaschen. Wir bestellten uns auch welche. Schließlich wollten wir ja die einheimische Küche kennen lernen, sie schmeckten super.
Dann kam endlich Eric aus Mombasa, da auch er heute auch noch nichts gegessen hatte, bestellte er sich sein Leibgericht, Fleisch mit Ugali (landestypisch). Er holte inzwischen von der Bank ein weißes Blatt Papier und er schrieb den Brief an die Bank wegen der monatlichen Kontoauszüge.
Nach dem Essen gaben wir den Brief gleich ab und gingen gehen weiter zum „Childrens Office“. Wir trugen der Dame unser Anliegen vor. Sie erklärte uns darauf hin, welche Unterlagen und Prüfungen wir bräuchten, um Waisenkinder zugeteilt zu bekommen. Die meisten Voraussetzungen waren schon erfüllt. Mercy müsste noch einen 1.-Hilfe Kurs im Krankenhaus machen und wir bräuchten eine Bankbestätigung, dass wir auch Geld haben. Diese Unterlagen müssten wir auch bei der Polizei vorzeigen und uns bestätigen lassen. Dann käme der offizielle Prüfer, der das Haus abnehmen solle.
Danach gingen wir zu Erics Büro und besprachen die weitere Vorgehensweise.

19. Februar 08

Da Eric den ganzen Tag geschäftlich in Mombasa war, hatten wir auch einen freien Tag. Wir fuhren mit den Franzosen mit dem Matatu in den Nakumatt nach Mombasa, um die Preise für Geschirr, Töpfe und dergleichen mit den Preisen in  Kilifi vergleichen zu können. Dann wollten wir entscheiden, wo wir einkaufen würden.
Anschließend besuchten wir den berühmten Haller-Park. Er wurde vor circa 36 Jahren von einem Schweizer ins Leben gerufen. Dieser hatte ein riesiges Areal gekauft, es mit landestypischen Pflanzen bepflanzt und es alles ursprünglich belassen. Bis auf Elefanten und Löwen waren hier viele landestypische Tiere zu sehen.
Der Abend dauerte nicht lange, wir waren alle müde und gingen früh zu Bett.

20. Februar 08

Eric musste heute wieder nach Mombasa, und wir besuchten das benachbarte Hotel Black Marlin. Der Manager war ein Schweizer, er hieß Pietro, seine Frau war Amerikanerin und hieß Leslie. Er zeigte uns das Hotel. Die Preise für eine Nacht mit Frühstück und Abendessen lagen zwischen 75,- € und 350,- €. Die Zimmer waren wirklich eine andere Preisklasse. Man konnte auch ein Haus mit eigenem Swimmingpool mieten, hatten zum Beispiel schon Michael Schumacher und Steffi Graf. Dieses Haus kann man nicht beschreiben, es ist eine andere Welt, aber nicht unsere.
Gegen 13.00 Uhr waren wir wieder im Hotel zurück und aßen eine Kleinigkeit zu Mittag.
Um 13.45 Uhr holte uns Josef ab und wir fuhren zu Dr. Ngiry gefahren, da ich große Schmerzen im Nacken hatte. Er untersuchte mich genau, auch am Herz, aber ich wusste, es ist nur meine Entzündung in der HWS. Nach einer Spritze, zweierlei Tabletten und einer Salbe ging es zurück ins Hotel.

21. Februar 08

Dank Dr. Ngiry ging es mir wieder einigermaßen gut.
Wir fuhren alle zusammen um 10.30 Uhr zu unserem Waisenhaus. Als wir ankamen, wurden gerade Steine abgeladen und Abwasserrohre angebracht. Die Franzosen und die zwei Deutschen waren sehr beeindruckt und fragten uns zu allen möglichen Dingen.
Anschließend ging es weiter in die Stadt. Wir zeigten ihnen den „Plastikmann“, der seit 5 Jahren immer noch in Plastik eingehüllt am gleichen Platz sitzt. Dann kauften wir noch einige Sachen ein, unter anderem Zimtstangen. Die Franzosen gingen mit Therry noch andere Sachen kaufen, wir fuhren mit Stefan und Anja zu den Kahindis und Karembos. Wir mussten noch einige Sachen regeln wegen der Behandlung der Kinder und Mama Kahindi und noch mal Geld nachschießen. Medizin und Arzt waren teuer. Sie gaben uns Rechnungen dafür.
Die Ausbesserungsarbeiten am Zimmer gaben wir in Auftrag. Die Rechnungen darüber sollten wir noch bekommen, da wir diesen Betrag mit der Miete verrechnen würden.
Weiter ging es zu Eric. Die Deutschen fuhren zurück ins Hotel. Wir stellten eine Liste zusammen, welche Küchenartikel wir brauchten und verabredeten uns für den nächsten Tag, um mit dem Matatu nach Mombasa zum Einkaufen zu fahren. Dazu brauchten wir natürlich auch Geld. Wir gingen zur KCB und hoben 50.000,- KSH ab.
Wir brauchten auch noch Moskitonetze für die Stockbetten. Dazu kam dann noch mal der Schreiner, der uns die Höhe der Betten sagte. Die Netze mussten wir extra anfertigen lassen, da die normalen nicht so lang sind.
Josef rief noch Mercy an, dass sie auch mitkommen müsse, da ihr bestimmt noch einige Sachen einfallen würden, an die wir nicht gedacht hatten.
Eric hat morgen einen Termin mit der Frau vom „Childrens Office“. Sie schauten das Waisenhaus an um uns genau zu sagen, was noch alles gemacht werden muss, damit wir später nicht umändern müssen.
Wir vereinbarten, dass Marcy für Februar schon ihren Lohn bekomme. Sie arbeitete für uns den ganzen Tag im Waisenhaus der Müllers, um für uns zu lernen. Am Abend musste sie noch arbeiten um Essen für die Kinder und für sich zu verdienen.
Mercy wird für uns Vollzeit, d.h. rund um die Uhr und sieben Tage die Woche für unser Waisenhaus arbeiten. Dafür erhöhten wir den Lohn auf 5.000,- KSH.
Als wir im Hotel ankamen, erzählten uns die anderen Gäste, dass heute von Thomas Cook jemand da war, der ihnen gesagt hat, dass am Mittwoch der letzte Flieger nach Deutschland gehe und keiner mehr Mombasa aus Europa anfliege. Hoffentlich nehmen die morgigen Verhandlungen einen positiven Ausgang. Die Menschen hier brauchen unbedingt den Tourismus. Es hängen sehr viele Arbeitsplätze davon ab.
Heute gab es am Abend wieder für alle Pizza. Wir sind alle früh zu Bett gegangen …

22. Februar 08

Dieser Tag sollte mir wohl länger im Gedächtnis bleiben…
Wir fuhren um 10.00 Uhr mit dem Tuc Tuc nach Kilifi, trafen dort Josef und Mercy und fuhren anschließend mit dem Matatu nach Mombasa weiter, um sämtl. Küchenutensilien zu kaufen, da sie in Kilifi zu teuer waren. Nach nur ca. 300 m Fahrt mussten 4 Mann aussteigen, da sie zuviel im Wagen waren und an der Ecke die Polizei schon wartete. Wir wurden dann auch kontrolliert, und die anderen vier Fahrgäste stiegen nur 20 m nach der Polizei wieder in den Wagen. Die hatten wohl Tomaten auf den Augen …….
Die Überbesetzung ging bis kurz vor Mombasa. Erst dann hatten Josef u. Mercy einen eigenen Sitzplatz.
In Mombasa auf dem Busbahnhof war natürlich sehr viel Betrieb. Wir gingen die Straße lang und ich kaufte mir unterwegs Schuhe. Außerdem schauten wir nach den Preisen für Matratzen, Bettzeug und dergleichen. Dann kamen wir zu dem Kaufhaus, in dem wir günstig einkaufen wollten.
Mercy war in ihrem Element. Wir kauften Tassen, Teller, Schüsseln, Trinkbecher (aus Plastik), Tabletts, Warmhaltekübel, Kocher, Pfannen, Töpfe, Klobürsten, Wasserkocher, Schmutzwäschebehälter, Seifenschale, Gläser, und ich weiß nicht mehr was noch alles. Ich glaube, einen so langen Kassenstreifen hatte die Kassiererin noch nie. Kurz vor 13.00 Uhr wurde es hektisch, jeder ging zur Kasse um zu bezahlen, auch wir wurden dorthin geschickt. Wir wussten nicht, wie uns geschah, bis wir aufgeklärt wurden. Wir waren in einem moslemischen Kaufhaus, und um 13.00 Uhr ruft der Muezzin zum Gebet und alle müssen in die Moschee zum beten. Gott sei Dank hatten wir alles zusammen und konnten zahlen, das dauerte bestimmt 10 Minuten. Vor dem Kaufhaus wurde alles zusammengeschnürt und da standen wir nun mit so vielen Sachen, die wir in Deutschland nicht in zwei Avant hätten verstauen können. Roland ging mit Mercy in ein anderes Geschäft, wir brauchten noch Handtücher. Josef und ich fuhren mit einem Tuc Tuc und den eingekauften Gegenständen zum Busbahnhof. Roland hatte Josef angerufen und gesagt, er soll zu ihnen kommen, denn die wollten für die Handtücher zuviel Geld (ein weißer Mann mit einer schwarzen Frau …).
Nun stand ich da, ganz allein und ohne Geld und Handy (hatte Roland), mit einem Haufen Haushaltsgeräte, unter Einheimischen am Busbahnhof von Mombasa. Von der auf der anderen Straßenseite gelegenen Moschee rief der Muezzin, die Matatus hupten, der Bus gab Standgas, dass eine schwarze Rauchwolke nach der anderen mich einhüllte und ein freundlicher Kenianer stellte einen Limokasten in den Schatten gestellt und sagte, ich solle mich hinsetzten, die Sachen hätte ich auch von da noch im Auge.
Nach langen 45 Minuten kamen dann alle drei wieder, bepackt mit Tüten und einem Stück Holz (Mbusi, damit reibt man Kokosnüsse). Roland hatte Angst um mich gehabt, aber Josef hatte zu zwei Bekannten gesagt, sie sollten auf mich aufpassen.
Nun mussten wir alles in das Matatu verstauen. Wir belegten für die ganzen Sachen zwei Plätze und mussten natürlich dafür zahlen. Diese Art Sachen zu transportieren ist in Kenia üblich, für uns Weiße aber mehr als ungewöhnlich.
Nach einer langen Fahrt, es war sehr viel Verkehr, kamen wir um 15.30 Uhr in Kilifi an. Wir trugen die ganzen Sachen zu Erik ins Büro. Dort könnten sie liegen, bis wir sie brauchten.
Daraufhin sind wir noch zum Childrens Office gegangen, da die Frau dort uns noch einige Anweisungen geben musste. Sie war mit Erik am Vormittag im Waisenhaus. Zu unserem großen Bedauern dürfen wir kein gemischtes Waisenhaus führen, sondern entweder Mädchen oder Buben . Ich entschied mich spontan für Mädchen, war mir aber kurz darauf schon nicht mehr so sicher. Wir werden das noch einmal besprechen. Sonst hatte sie keine Beanstandungen. Wir werden sehen!!
Dann ging es zurück ins Hotel. Noch ein Sprung in den Pool und dann ab zum duschen und Abendessen.

23. Februar 08

Am Vormittag waren wir in Kilifi, um noch Matratzen, Bettwäsche, Abfalleimer und 2 Lampen zu kaufen. Es war ein Drama, wenn sie uns Weiße sehen wird alles noch teurer als es eh schon ist. Wir beschlossen, dass Josef das am Nachmittag allein kaufen sollte. Wir zeigten ihm, was wir haben wollten, kaufen sollte er es allein.
Am Rückweg zum Hotel fuhren wir am Waisenhaus der Müllers vorbei. Petra und Helmut Müller waren auch da. Sie empfingen uns sehr freundlich. Ich dachte immer, die sehen uns als „Konkurrenz“ an, überhaupt nicht. Sie waren sehr froh, dass sich auch andere Deutsche hier engagierten. Sie gaben uns wertvolle Tipps.
Es sei sinnvoll einen Arbeitsvertrag abzuschließen mit Probezeit. In der Probezeit (drei Monate) ist es üblich zwischen 4.000,- u. 4.500,- KSH zu zahlen. Anschließend bei einer 45 Std.-Woche 7.200,- KSH. Das Gehalt müsste überwiesen werden, da seit diesem Jahr  Kranken- u. Rentenversicherung zu zahlen sei. Dieser Betrag, ca. 300,- KSH monatlich, werde automatisch abgebucht vom Konto des Angestellten.
Es sei auch sinnvoll ein Außenklo (Plumpsklo),  zu bauen da öfter über Tage keine Wasser vorhanden sei, ebenfalls sollte zusätzlich eine Außendusche gebaut werden. Hühner bräuchten wir auch, da diese sämtliches Getier fressen (z.B. Skorpione und kleine Schlangen), Ziegen wären ebenfalls sinnvoll, da sie Milch geben und die Kinder jetzt lernen müssen wie man damit umgeht.
Das Grundstück sollte eingezäunt werden, und außen rum sollte ein Pulver gestreut werden, das die Schlangen abhält.
Das Childrens Department von dem wir die Kinder zugewiesen bekommen, muss uns für jedes Kind eine „Cort-Order“ (Gerichtsbeschluss) vorlegen, damit sichergestellt ist, dass es auch wirklich Waisenkinder sind. Es soll schon vorgekommen sein, dass Eltern ihre Kinder einfach abgeben und ausbilden lassen und dann irgendwann kommen und sagen, du hast mein Kind gestohlen.
Wir bekamen wieder etwas zu essen, es gab Kraut gekocht mit Tomaten und dazu Kartoffeln, hat gut geschmeckt. Anschließend fuhren wir ins Hotel, schrieben unseren Bericht.

24. Februar 08

Am Sonntag war nichts zu tun.  Eric kam mit Esther und den Kindern Kalvin und Davis ins Hotel, ebenso Josef. Wir besprachen die weitere Vorgehensweise und was wir in den zwei verbleibenden Tagen noch erledigen müssten. Esther hatte Zahnschmerzen und ist nicht mitgekommen. Kalvin hatte sich schon sehr aufs schwimmen gefreut, sich sofort ausgezogen und ist in den Pool gesprungen. Ich passte auf ihn auf und Roland sprach mit Eric.
Nachdem Petra uns auch einige negative Sachen erzählt hatte (Korruption), konnte Eric diese aus dem Weg räumen. Da wir eingetragen sind, hätten sie kein Druckmittel und Eric hat gute Kontakte. Es wurde noch der Plan für Montag und Dienstag erstellt. Mit Josef wurde noch besprochen, dass er uns mit Lebensmitteln beliefert, er hat ja ein kleines Geschäft. Wir bräuchten von ihm eine Preisliste, damit wir die Rechnungen auch kontrollieren könnten. Die Bezahlung sollte zweimal monatlich erfolgen. Mitte des Monats bekommt er einen Teil und Ende des Monats wird dann abgerechnet.
Gegen 18.30 Uhr fahren sie.
Um 11.00 Uhr gingen wir zu Bett. Lala Salama

25. Februar 08

Zuerst waren wir vormittags in der KBC und holten Geld. Wir mussten die von Josef bestellten Matratzen anzahlen, dann fuhren wir zum Schneider, der die Moskitonetze näht und leisteten dort eine Anzahlung. Anzahlungen sind üblich, da das Material beschafft werden muss.
Danach gingen wir weiter zum Schreiner. Er hatte die Betten schon fertig, ebenso den Tisch. Wir fotografierten alles fotografiert und er war sehr stolz. Sogar am Sonntag hatte er gearbeitet.
Dann ging es mit dem TucTuc zu den Kahindis. Wir gaben ihnen eine Aufstellung, was wir dieses Mal alles ausgegeben hatten. Manche Wünsche waren nicht lebensnotwendig und wir würden sie auch nicht erfüllen. Aber das war normal, vor allem die Kinder und Mama Karembo wissen nicht, wo das Ende ist. Josef erklärte ihnen, dass sie sich auch weiterhin selbst um ihr Leben kümmern müssten. Kahindi verstand es auch verstanden und er erschrak, als er sah, wie viel wir schon ausgegeben hatten. Er traute sich nicht mehr zu sagen, dass das Geld für die Reparaturarbeiten nicht ganz gereicht hatte. Aber da wir sahen, dass noch nicht alles gemacht war, fragten wir nach und gaben ihm schließlich das restliche Geld.
Wir sagten ihnen auch noch mal auf englisch, dass sie auch selbst ein bisschen dazu beitragen müssten, dass die Abhängigkeit nicht all zu groß werde. Wir wollten Hilfe zur Selbsthilfe.
Wir verabschiedeten uns noch von allen herzlich bis zu unserem nächsten Besuch.
Dann fuhren wir weiter zu Petra und Helmut. Sie gaben uns noch einige Tipps für unser Waisenhaus, dann verabschiedeten wir uns auch von ihnen. Die zwei letzten Tage bedeuteten immer Abschied. Schade.
Am späten Nachmittag lagen wir noch etwas am Pool, machten unsere Abrechnung und am Abend ließen wir es uns noch mal schmecken.

26. Februar 08

Wir fuhren wieder um 10.00 Uhr nach Kilifi. Wir machten noch mal Halt beim Waisenhaus Saidi kwa moyo und besuchten Mercy. Sie konnte leider nicht mit uns zu Mittag essen, da sie jemanden an ihrer alten Arbeitsstelle einarbeiten musste. Wir gaben ihr noch mal letzte Anweisungen und baten sie, eine gute Mama zu sein.
Danach ging es weiter zu Eric. Es kamen auch gleich der Rechtsanwalt und Justin, und wir begannen um 10.45 Uhr damit, den Vertrag über die Zahlungen und Rückzahlungen des Darlehens an Justin festzulegen. Wir einigten uns, keine Miete zu zahlen, bis das Darlehen getilgt sei. Roland und Eric sind zur KCB und hoben die nächste Rate für Justin ab. Josef und ich gingen zum Gemüsemarkt und kauften noch einige Früchte für zu Hause.
Als wir zurück waren, hatte der Rechtsanwalt den Vertrag fertig geschrieben. Leider hatte er einige wichtige Details vergessen. Also musste er ihn noch mal schreiben. Wir gingen inzwischen zum Abschiedsmittagessen. Esther kam auch noch dazu, sie war beim Zahnarzt gewesen und hatte schlimme Schmerzen.
Dann ging es zurück zu Eric. Unterwegs trafen wir den Bürgermeister von Kilifi. Ein sehr guter Mann. Mit ihm könnte es vorwärts gehen.
Bei Eric angekommen, lasen wir den Vertrag noch einmal, wieder fehlte etwas.
Nach Korrektur konnten wir endlich um 15.30 Uhr den Vertrag unterschreiben.
Mit Eric stimmte ich auch noch die Zahlungen ab und gab ihm den restlichen Betrag in bar. Der Kassenbestand stimmte.
Im Hotel angekommen sprangen wir noch einmal in den Pool und erfrischten uns.
Dann ging es ans Packen. Die Koffer waren nur halb voll. Viele Sachen von uns hatten neue Besitzer gefunden. Auch Abdillha kam noch ins Hotel. Er gab uns noch einen Brief mit für Andrea. Wir werden ihn weiterleiten.
Am Abend wollten noch Valentin und Ireen zu uns ins Hotel kommen.

27. Februar 08

Raster und Josef holten uns um 4.50 Uhr vom Hotel ab. Josef wollte in Mombasa noch zum Augenarzt gehen, wegen seiner roten Augen.
Wenn wir im Nachhinein unsere Zielsetzung betrachten, können wir mit dem Erreichten sehr zufrieden sein. Die Fertigstellung des Hauses ist für Ende März vorgesehen, und Anfang April könnten dann die ersten Kinder in ihr neues Zuhause einziehen. Wir haben keinen Einfluss darauf, welche Kinder wir bekommen. Das Childrens-Office weist uns die Waisen mit Cort-Order (Gerichtsbeschluss) zu, das muss so sein.
Mit einer Dreiviertelstunde Verspätung starteten wir in Mombasa. Dadurch kamen wir auch in München verspätet an. Den Bus nach Ingolstadt verpassten wir um 5 Minuten.

Hakuna Matata!

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