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am 22.01.2017

 

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Bericht über den Kenia-Aufenthalt im März 2014

11./12. März 14

Am Dienstag flogen wir um 18.30 Uhr über Wien nach Mombasa. Dort landeten wir um 7.00 Uhr früh.

KARIBU!

Gigi holte uns vom Flughafen ab und brachte uns ins Hotel. Am Nachmittag fuhren wir mit Eric in die Stadt, um die ersten Termine wahrzunehmen und die nächsten Tage zu planen.

 

13. März 14

Heute waren wir im Einkaufszentrum Tuskys, um die ersten Besorgungen zu machen. Anschließend fuhren wir zu den Kindern ins Waisenhaus.

Wir lernten die zwei neuen Mamas Judith und Selina kennen. Der erste Eindruck war gut. Sie haben selbst Kinder und Mama Mercy, unsere erste Mama und Heimleiterin, lernt ihnen schrittweise die Abläufe und Pflichten im Waisenhaus. Unsere Mädchen kamen nach und nach aus der Schule und begrüßten uns herzlich. Wir verteilten die Briefe und Geschenke von Sylvia, Rebecca, Hannah und Eva; die Freude war riesengroß.

Mit Mama Mercy haben wir einige die Kinder betreffende Details besprochen, wie die Ausbildung von Lucy zur Kindergärtnerin. Schulbeginn ist im April. Neema ist seit Januar in der Secondary School (Internat). Wir werden sie am Samstag mit Eric unserem Manager und Mercy besuchen, es ist Elterntag.

Unsere Mädchen sangen noch unsere drei Lieblingslieder und tanzten dazu. Leider verflog die Zeit wie im Flug und es war 6.00 Uhr abends. Das bestellte TukTuk brachte uns kurz vor Einbruch der Dunkelheit zurück ins Hotel.

Nach dem Abendessen telefonierten wir noch mit Eric, um für morgen Nachmittag einen Termin mit dem Architekten zu vereinbaren. Wir wollten die Rahmenbedingungen für einen eingabefähigen Bauplan für das Waisenhaus besprechen.

 

14. März 14

Nach dem Mittagessen kamen Eric und der Architekt zu uns ins Hotel, um über den Neubau unseres Waisenhauses zu sprechen. Wir diskutierten über die Aufteilung der Räume, legten Größen und Anordnung der Räume fest und wählten die Baumaterialien aus. Außerdem sprachen wir über die Absicherung der Fenster und Türen. Ferner kamen wir zu dem Entschluss, einen Regenwasserauffangtank zu installieren. Dieses Wasser können wir zum Duschen, für die Toilette und auch zum Waschen benutzen. Außerdem können wir das Wasser für die Bewässerung unserer Anpflanzungen nutzen. Wir denken da an eine Größenordnung von 200.000 Liter. Für das Duschen und für die Toilette von täglich 25 Personen benötigen wir viel Wasser; da der Regen nicht regelmäßig kommt, entschieden wir uns für diese Größe, um eine längere Trockenperiode überbrücken zu können.

Wir besprachen auch das Anbringen einer Solaranlage. Diese beiden Projekte, Regenwassernutzung und Solaranlage mit Speicher, werden wir versuchen über Sponsoren zu finanzieren.

Wegen der Auswahl der Baumaterialien hatten wir zusammen mit Eric die letzten zwei Jahre Waisenhäuser und Heime im Distrikt Kilifi besucht und uns vor Ort nach der Haltbarkeit der dort verbauten Materialien erkundigt, um für unser Waisenhaus die bestmöglichste Auswahl zu treffen.

Am Montag werden wir uns noch einmal mit dem Architekten treffen und dann die Kosten für das Gesamtprojekt erfahren. Hoffentlich sprengen sie unseren Rahmen nicht; das würde den Baubeginn nach hinten verschieben.

 

15. März 14

Um 8.00 Uhr morgens holten uns Eric und Mercy vom Hotel ab. Wir besuchten Neema die seit Februar in die Secondary School geht. Wir fuhren auf einer Fernverkehrsstraße ins Landesinnere. Unsere Feldwege sind besser zu befahren!

Links und rechts nur Busch und ab und zu ein paar Hütten. Nach einer Stunde waren wir in Ganze, einer bekannten „Kreisstadt“. Bei uns würde man von einem Dorf sprechen. Die Straße wurde nun noch schlechter. Nach einer weiteren Stunde waren wir in Bamba, auch einer bekannte „Kreisstadt“, und in der Boarding School Godoma, in der Neema die nächsten vier Jahre lernen wird. Es war offizieller Elterntag und viele Leute standen schon an, um sich anzumelden. Für uns erledigte dies Mercy. 

Dann sahen wir Neema; unser Wonnepropen hatte abgenommen. Zum Essen gibt es oft Bohnen und die verträgt sie nicht. Wir freuten uns sehr sie zu sehen und auch umgekehrt. Als wir sie fragten, wie es ihr in der neuen Umgebung geht, erzählte sie uns, dass sie sehr viel lernt. Der Tag beginnt um 4.00 Uhr früh mit Waschen und Anziehen in einem Waschraum, der seinesgleichen sucht. Dann alle Habseligkeiten in einer Blechbox verstauen, sonst werden sie gestohlen, denn es ist nichts sicher, ihr wurde sogar schon die Unterwäsche von der Leine geklaut.

Um 6.00 Uhr gibt es Frühstück, Tee ohne Milch mit Weissbrot. Um 6.30 Uhr ins Klassenzimmer, der Unterricht beginnt. Vormittags sind dann 10 Minuten Pause, Mittags 20 Minuten für Bohnen mit Ugali (Maismehlbrei), dann weiter Unterricht mit einer 10 minütigen Pause, um 18.00 Uhr Abendessen 20 Minuten, dann weiter Unterricht bis 21.45 Uhr. Anschließend Kleidung waschen und ab ins Bett in einen Schlafraum, in dem Stockbett an Stockbett steht, und das für ca. 80 Mädchen.

Was ihr nicht so gut gefällt, ist die Tatsache dass es sich um eine gemischte Schule handelt. Es sind auch Jungs am Gelände und zwar in der Überzahl. Der Unterricht und die Unterbringung sind aber getrennt. Sie hat elf verschiedene Unterrichtsfächer. Ausgang ist nur samstags von 15.00 bis 17.00 Uhr mit Passierschein. Auch sonntags ist nach der Kirche Unterricht. Wir waren entsetzt über die Unterbringung und die Verköstigung, aber für Neema ist das kein großes Problem. Bevor sie zu uns kam, hatte sie leider noch viel schlechter gelebt.

Harte Zeiten die nächsten vier Jahre.

Dann gingen wir vier in die Elternsprechstunde. Es wurde nur Suaheli gesprochen, da viele Angehörige kein Englisch sprechen. Wir harrten zwei Stunden aus und gingen dann mit Neema nach Bamba, um ihr zwei weitere Uniformen zu kaufen. Ebenso eine Taschenlampe, da im Schlafsaal kein Licht ist. Auf dem Rückweg kauften wir noch ein wenig Obst, da es nur einmal in der Woche ein Stück Banane gibt. Auch ein bisschen Taschengeld gaben wir ihr noch. Als wir in der Schule zurück waren, warteten Eric und Mama Mercy schon auf uns, um die Heimreise anzutreten. Da es nachmittags ein schlimmes Gewitter gegeben hatte, waren die Straßen überflutet und ausgewaschen, sodass wir länger für die Rückfahrt brauchten.

Anschließend besuchten wir noch unsere Mädchen im Waisenhaus und waren dann gegen 19.00 Uhr zurück im Hotel.

 

16. März 14

Heute waren die Kinder bis 14.00 Uhr in der Kirche. Wir kamen gerade im Waisenhaus an, als sie mit einem Matatu, das die Kirche zur Verfügung stellte, zurückkamen.

Die Kinder aßen noch zu Mittag und dann gingen wir zu Fuß in die Stadt ins Kaufhaus Tuskys. Die Kinder schauten alles sehr interessiert an, wussten aber, dass alles teuer ist und die einheimischen Leute sich das nicht leisten können.

Das Wichtigste für die Kinder war natürlich, dass es Eis gab, gesponsert von Sylvia, Rebecca und Hannah. Neben Wasser, Süßigkeiten und ein paar Geschirrtücher kauften wir 26 Becher Eis. Vor dem Kaufhaus aßen wir dann im Schatten unser Eis, tranken Wasser und dann ging es wieder zurück zum Waisenhaus.

Wir sprachen noch mit Lucy über ihre Zukunft. Sie wird im April, August und Dezember die theoretische Ausbildung starten. Dies sind die Ferienmonate und die Kindergartenkinder sind zuhause.  In den anderen Monaten wird sie weiter in ihrer Praktikumsstelle arbeiten.

Dann gaben wir allen Kindern ein kleines Taschengeld. Den Älteren etwas mehr als den Jüngeren. Auf die Frage, was sie damit machen wollen, sagten einige, sie wollten es sparen, andere wollten einen kleinen Betrag sparen und für den Rest Chips und Süßigkeiten kaufen, wieder andere wollten gleich alles in Süßigkeiten und Chips umsetzen. Wir überzeugten sie, dass es sinnvoll wäre, wenigstens einen kleinen Teil zu sparen, um sich vielleicht später einen größeren Wunsch erfüllen zu können. Wir werden sehen . . . .

Bei Einbruch der Dunkelheit fuhren wir mit dem TukTuk zurück ins Hotel.

17. März 14

Mittags kam Mercy zu uns ins Hotel und wir sprachen mit ihr die Rechnungen vom letzten Jahr durch. Die Umbauten, die wir letztes Jahr im Waisenhaus vorgenommen hatten, werden zum Teil vom Vermieter getragen. Dafür haben wir die Miete entsprechend gekürzt. Bis auf einige Fragen, die wir mit Eric noch klären müssen, ist alles in Ordnung. Mercy hat gut gearbeitet.

Am frühen Nachmittag kam Eric mit dem Architekten und den Plänen für unser neues Waisenhaus. Wir besprachen die Einteilung der Räume und deren Größe sowie die Nutzung des Regenwassers und einer Solaranlage. Unsere erste Mama Mercy brachte ihre Ideen mit ein und diskutierte mit. Wir finden, es ist ein sehr guter und zweckmäßiger Plan ohne Schnickschnack. Auch über die Baumaterialen, die wir verwenden wollen, wurde ausführlich gesprochen.

Nun sind wir in der Lage, nach unserer Rückkehr die Pläne mit der Vorstandschaft zu besprechen, etwaige Änderungen vorzunehmen und die Finanzierung zu besprechen. Nachdem der Architekt gegangen war, klärten wir mit Eric noch die restlichen Fragen.

Bei Einbruch der Dunkelheit verabschiedeten sich Eric und Mercy auch.

 

18. März 14

Um 9.00 Uhr holte uns Gigi vom Hotel ab und wir fuhren nach Yumani, um die Kinder von Heidi Kunze und Siegrid Lisso zu besuchen und das Schulgeld zu bezahlen. Als wir die Schule erreichten, mitten im Busch, erwartete uns der Vater von Flora schon. Es ist eine sehr kleine Grundschule, landestypisch mit Lehmboden und Lehmwänden und dem typischen Makuti-Palmdach.

Der Rektor begrüßte uns herzlich und zeigte uns voller Stolz die kleine Schule. Die Kinder jeder Klasse begrüßten uns freudig; wir stellten ihnen einige Fragen und machten einige Fotos. Dann bezahlten wir im Büro das Schulgeld und mussten auch schon wieder weiter, um das Elternhaus von Flora und ihre Mama kennenzulernen.

Da ihre Hütte zusammengebrochen ist, schlafen momentan der Vater und die Söhne bei dem Bruder und die Mama mit den Töchtern bei einer Nachbarin. Sie sprechen kein Englisch; beide haben die Schule in der 3. bzw. 5. Klasse verlassen.

Dann fuhren wir weiter zum Haus von Mapenzi und Harrison. Die Mama begrüßte uns herzlich, wir haben Grüße von Heidi und Siegrid ausgerichtet und fuhren nach ein paar Fotos weiter nach Mnarani, wo Mapenzi und Harrison zur Schule gehen. Es ist auch eine kleine Schule, aber mit Steinen gemauert und einem Estrichboden. Auch hier begrüßten uns die Rektorin, die Lehrer und die Kinder sehr freundlich. Wir bezahlten das Schulgeld für die beiden Kinder.

Dann fuhren wir weiter zu unserem Grundstück. Unterwegs nahmen wir Mercy mit. Gigi war noch nie bei unserem Grundstück, sodass wir ihn hinlotsen mussten, was uns gut gelang. Unser Wächter und Gärtner Julius freute sich uns wieder zu sehen. Er erzählte uns voll Stolz, dass die im Oktober gekauften Werkzeuge und vor allem der Schubkarren eine große Hilfe für ihn sind.

Wir begutachteten zusammen mit Mercy und Gigi die Anpflanzungen und besprachen dann, was wir wo zusätzlich anbauen wollen. Wann, ist keine Frage, denn in ca. zwei Wochen beginnt es zu regnen (hoffentlich). Gigi wird Julius dabei unterstützen.

Es war bereits später Nachmittag, als wir ins Hotel zurückkamen.

 

19. März 14

Am Nachmittag besuchten wir die Kinder im Waisenhaus. Ein polnisches Ehepaar, Maschena und Marek, begleiteten uns. Sie sprachen viel mit den Kindern, um sich ein Bild von allem zu machen.

Acht unserer Kinder hätten am Samstag mit der Schule nach Mombasa fahren dürfen, natürlich gegen Bezahlung, sie entscheiden sich aber dagegen, um mit den anderen Kindern an den Strand beim Baobab Hotel zu fahren.

Maschena und Marek waren sehr beeindruckt von unserem Projekt und sie wollen uns in Zukunft unterstützen.

Bei Einbruch der Dunkelheit fuhren wir wieder zurück ins Hotel.

 

20. März 14

An diesem Tag besichtigte Roland mit Eric an den Rand von Kilifi einige Grundstücke. Gegen Abend kam er wieder zurück ins Hotel.

 

21. März 14

Nachdem wir noch einige Einkäufe im Tuskys getätigt hatten, fuhren wir ins Waisenhaus.

Mercy bekam die mitgebrachte Medikamente, Kleidung, Schuhe, eine aufladbare Taschenlampe, einen Haarschneider und einiges mehr. Dann sahen wir uns das Buch mit den täglichen Berichten und das Besucherbuch an. Außerdem besprachen wir noch ein paar Veränderungen mit Mercy und unterhielten uns über die Zukunft der Kinder.

Dann kam Mama Mini, unsere Nählehrerin mit ihrer kleinen Pflegetochter. Sie brachte die bei ihr im Oktober bestellten Taschen. Wir werden sie im Afrikafest in Ingolstadt für die Kinder verkaufen. Da wir heute schon unser Abschiedsessen halten, haben wir auch Mama Mini dazu eingeladen.

Nach und nach kamen die Kinder aus der Schule. Wir ließen uns die Schulhefte zeigen, die meisten hatten gute Beurteilungen.

Daraufhin planten wir den morgigen Strandtag. Natürlich hatten einige Kinder wieder keinen passenden bzw. ordentlichen Badeanzug; wir schauten die mitgebrachte Kleidung durch und fanden auch für alle etwas.

Schließlich waren wir fertig für das Abendessen. Es gab Hähnchen, Bohnen, Reis, Neema-Soße und Mahambre, eine Art Krapfen und Bananen. Limo durfte bei diesem Festessen natürlich auch nicht fehlen. Es ist immer wieder unglaublich, wie viel die Kinder essen können. Wir waren nach einem halben Teller satt. Es fanden sich aber sofort „Abnehmer“ für unseren Rest. Auch für unseren Nachtwächter David, der um 19.00 Uhr seinen Dienst antritt, gab es noch einen großen Teller mit Essen.

Wir unterhielten und spielten noch ein bisschen, und fuhren dann nach 20.00 Uhr ins Hotel zurück.

 

22. März 14

Um 14.00 Uhr fuhren wir mit dem TukTuk an den Strand vom Baobab Hotel. Die Kinder erwarteten uns dort schon. Kurze Zeit später kamen auch noch Maschena und Marek.

Wir verbrachten einen lustigen und kurzweiligen Tag ab Strand. Die Zeit verging wie im Flug. Das bestellte Matatu wartete schon und wir mussten aufbrechen.

Alle waren glücklich, zufrieden und müde!

 

23. März 14

Die Kinder waren heute wieder in der Kirche, sie dauert von 8.00 Uhr bis ca. 14.00 Uhr.

Als sie zurück waren, besuchten wir sie ein letztes Mal. Wir ermunterten sie noch einmal zusammen mit Eric, in der Schule ihr Bestes zu geben, damit sie später die Möglichkeit haben, die Secondary School zu besuchen und eventuell auch zu studieren. Bis auf vier Mädchen haben alle sowieso gute Noten.

Der Speiseplan wurde noch einmal besprochen und die Anschaffung einiger Schulbücher sowie anderer kleinerer Wünsche.

Von allen Kindern bekamen wir dann noch den Notenspiegel der letztjährigen Examen. Wir fragten die Mädchen noch, welche Punktzahl sie am Ende des Jahres erreichen wollen. Jede schrieb ihr Ziel auf einen Zettel und Eric nahm sie an sich und versprach ihnen, dass jedes Mädchen, das das Ziel erreicht, ein kleines Geschenk bekommt. Schau‘n wir mal!

Mit Einbruch der Dunkelheit verabschiedeten wir uns und fuhren zurück ins Hotel.

24. März 14

Am Vormittag kam Eric zu uns ins Hotel und wir sprachen noch einmal alles durch, was in nächster Zeit geplant ist. Vor allem hinsichtlich des Neubaus des Waisenhauses gab es noch einiges zu diskutieren,  z. B. ob die Größe des Regenauffangbeckens reicht, dass ein Angebot für die Solaranlage eingeholt werden muss, dass wir einen Lageplan brauchen, wo die neue Zufahrtsstraße geplant ist, usw..

Am späten Nachmittag verabschiedeten wir uns dann auch von Eric und packten die Koffer. Am nächsten Morgen um 5.00 Uhr fuhr uns Gigi zum Flughafen nach Mombasa.

KWAHERI!!!

 

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