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Letzte Änderung

am 17.12.2013

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10. / 11. Oktober 09

Da wir wie schon fast immer sehr viel Gepäck dabei hatten, fuhren uns Peter und Christine wieder zum Flughafen.
Wir durften 120 kg mitnehmen und laut unserer Waage waren es 123 kg. Tatsächlich waren es dann 128 kg und wir mussten einige Teile aus dem Koffer nehmen. Einige Handtücher und Bettwäsche ließen wir in Deutschland.
Der Flug verlief ruhig und um 7.00 Uhr morgens landeten wir in Mombasa. Vor der Zollkontrolle mussten wir noch ein Formular wegen der Schweinegrippe ausfüllen!
Bis wir dann alle 6 Gepäckstücke hatten, war eine Stunde vergangen. Die Reiseleiterin erwartete uns schon mit einem großen Fahrzeug, damit wir auch das ganze Gepäck transportieren konnten.
Im Hotel wurden wir von allen mit großer Freude begrüßt. Leider war das reservierte Zimmer Nr. 1 noch nicht frei und wir mussten die erste Nacht in einem anderen Zimmer verbringen.
Am Nachmittag kamen dann Erik und Josef und wir arbeiteten einen Plan aus, was wir in den zwei Wochen zu erledigen hatten. Außerdem wollten wir über die Zustände im Waisenhaus informiert werden, neue Lohnverhandlungen stehen an, Kosten sollten eventuell gesenkt werden und die Kinder brauchen anscheinend viele Sachen. Den ersten Besuch im Waisenhaus mussten wir dann auf Montag verschieben, es war schon zu spät um noch mal wegzufahren. Erik war mit dem Auto da und wir gaben ihm gleich alle Koffer mit.
Am Abend unterhielten wir uns gut mit drei Deutschen (Holger, Katrin und Michl). Sie wollten einiges über unser Projekt erfahren, da sie von Manase (Animateur im Hotel) schon zum Waisenhaus geführt worden waren.

12. Oktober 09

Bis Mittag waren wir im Hotel. Um 14.15 fuhren wir mit dem TucTuc nach Kilifi um Geld zu tauschen und auf das Konto einzuzahlen.
Anschließend trafen wir uns im Baroness mit Erik und Josef, um noch einiges zu besprechen. Wir vereinbarten, dass wir am Dienstag unsere Kinder ins Hotel holen wollten. Dazu brauchten sie alle eine „Badehose“, die wir noch besorgten. Ebenso kauften wir noch einige Kekse. Im Waisenhaus wurden wir dann von unseren „alten“ Kindern sehr herzlich empfangen. Die „Neuen“ waren noch etwas zurückhaltend. Sie haben für uns Lieder gesungen und getanzt. Dann teilte ihnen Erik mit, dass sie morgen nicht zur Schule gehen müssten (wie hatten die Erlaubnis der Schule), sondern zu uns ins Hotel eingeladen seien. Sie freuten sich sehr und führten uns ihre neu gekauften Kleider, die sie morgen anziehen wollten, vor.
Besonders beeindruckt hat uns Helka, sie ist seit Jahren unser Patenkind. Noch vor einem halben Jahr war sie ein schüchternes Mädchen, und die Aufgabe, die ihr übertragen wurde, Ersatzmutter zu sein für viele Kinder, hat sie reifen lassen. Sie ist selbstbewusst geworden und hat uns gleich umarmt, was sie früher nie getan hat.
Um 19.00 Uhr sind wir ins Hotel zurück, haben gut gegessen, uns noch mit Holger, Katrin und Michl unterhalten, und kurz vor Mitternacht sind wir ins Bett gefallen.

13. Oktober 09

Um 9.30 Uhr fuhr Manase mit dem Hotelbus los, um die Kinder abzuholen. Es dauerte fast ein Stunde, bis sie dann endlich da waren. Vor lauter Staunen waren sie ganz ruhig. Keine 22 plärrenden Kinder, wie es vielleicht bei uns in Deutschland wäre. Wir gingen dann runter zum Pool und haben Liegen belegt. War ganz einfach, es sind nur wenige Gäste da – die haben vielleicht gestaunt! Wir hatten sie jedoch vorgewarnt, dass es heute etwas lauter werden könne. Dann gingen wir auf unser Zimmer, wo sich im Nebenraum alle umzogen. Es hatten zwar alle eine „Badehose“, aber kein Oberteil. Kenianer gehen nur „angezogen“ ins Wasser, d.h. man behält die Unterhosen an, zieht eine Badehose (ist nur eine U-Hose mit Beine) drüber und oben rum ein T-Shirt. Ich hatte noch die Reisetasche mit den Kleidungsstücken für die Familien Kahinde, Karembo u.s.w. da, also fanden wir auch noch für jede ein Shirt. Dann ging es wieder zum Pool. Die Kinder bekamen eine Flasche Limo und sangen noch zwei Lieder für uns.
Die Hotelgäste staunten nicht schlecht. Ein junges französisches Paar brachte spontan Stifte und Süßigkeiten für die Kinder, ihnen haben auch die Lieder und das gute Benehmen gefallen.
Dann ging es ab in den Pool. Der Nichtschwimmerbereich ist leider nicht sehr groß, so dass sich alle im seichten Teil des Beckens aufhielten. Nur die größeren Mädchen können ein bisschen schwimmen. Die Kinder hingen an uns wie Kletten, jede wollte von uns getragen bzw. durchs Wasser gezogen werden. Manase hatte sich für die Kinder auch einige Spiele ausgedacht. Die ersten Drei erhielten dann Preise (Kuscheltier, Stifte). Dann gingen wir an den Strand. Fast alle Kinder hatten Angst vor den Wellen. Da die Strömung sehr stark ist, hat man immer das Gefühl, gleich umzufallen. Die Kinder fielen hin, waren rundum voller Sand, aber wir hatten alle einen riesigen Spaß.
Um 13.00 Uhr gab es Mittagessen. Sarah, eines unserer jüngsten Kinder, betete über das Mikrofon für alle vor.
Wir hatten mit dem Manager gestern vereinbart, dass es Hähnchen mit Pommes und Salat gibt. Der Salat kam aber leider nicht gut an. Was sie nicht kennen, essen sie nicht, leider. Das Hotel spendierte dann noch als Nachtisch Schokobanane und ein Stück Kuchen.
Nach dem Essen gab es wieder Musik. Die Kinder hatten zwei neue Lieder einstudiert und Rolands Lieblingslied gesungen.
Anschließend ging es wieder in den Pool. Manase hatte eine Luftmatratze organisiert und alle wollten gleichzeitig drauf. Roland zog sie dann durch den nicht so tiefen Teil des Pools, dann wurde gewechselt. Es lief afrikanische Musik und die größeren Kinder und Mama Alice haben mit Manase getanzt.
Ab 16.00 Uhr mussten wir die ersten aus dem Wasser holen, sie bibberten schon. Wir wickelten sie in Handtücher und legten sie auf die Liege, nach ein paar Minuten waren die ersten eingeschlafen. Später gab es noch Kekse und Limo. Um 17.00 Uhr gingen wir wieder auf unser Zimmer und die Kinder zogen sich um. Alles lief reibungslos und ruhig ab. Um 17.30 Uhr brachte Manase die Kinder mit dem Hotelbus wieder ins Waisenhaus zurück. Die Mamas haben noch Abendessen gekocht, und ich denke, einige sind schon vorher eingeschlafen.
Josef konnte an diesem tollen Tag leider nicht dabei sein, da seine Tochter krank war und er sie ins Krankenhaus hat bringen müssen. Abends kam er noch mit Erik ins Hotel und wir vereinbarten, dass er morgen nicht kommen müsse, wenn Ashni noch krank sei. Erik gab uns noch den Jahresbericht für 2008, den er bei den zuständigen Behörden eingereicht hat.
Nach dem Abendessen sahen wir uns noch eine Show an und Roland musste für Manase alles filmen, der will das Video ins Internet stellen um Werbung zu machen.
Leider war das der letzte Abend mit Holger, Katrin und Michl, die am nächsten Tag schon abreisten. Wir versprachen uns, in Kontakt zu bleiben.

14. Oktober 09

Es regnete seit 3.00 Uhr nachts. Gut für die Vegetation, schlechter für uns. Aber kein Problem, Hakuna matata. Wir fanden endlich Zeit, den Reisebericht zu schreiben. Als wir gerade angefangen hatten, kamen Andrea und Arrigo. Die haben es fast wieder übertrieben; sie hatten fünf Koffer und zwei Fahrräder dabei, insgesamt 140 kg. Pro Kg wollte die Fluggesellschaft 6,- €, die haben aber vergessen zu kassieren …..
Josef wollte sich um 13.00 Uhr mit uns treffen.
Um 14.00 Uhr waren wir in Kilifi, haben für die Kinder Kekse gekauft und uns anschließend mit Erik und Josef im Baroness getroffen. Wir besprachen noch einmal die einzelnen Punkte, die wir im Meeting behandeln wollten. Ein Thema war auch die versprochene Lohnerhöhung. Danach fuhren wir ins Waisenhaus und verschafften uns einen Überblick über anstehende Reparaturen und Verbesserungen. In einem Jahr geht einiges kaputt.
Heute kam noch ein deutsches Paar (Hochzeitsreise) an. Wir schauten uns abends mit ihnen, Andrea und Arrigo die Show an und unterhielten uns noch gut.

15. Oktober 09

Es regnete wieder. Josef war nicht zu erreichen. Wir bestellten ein TucTuc und fuhren ins Waisenhaus. Die kleinen Kinder hatten heute keine Schule, nur die großen. Wir ließen die Kinder der Reihe nach mit all ihren Habseligkeiten antreten und misteten aus, was zerlumpt war. Dafür bekamen sie die mitgebrachte Kleidung und Schuhe. Schuhe für die Schule brauchen viele. Wie auch bei uns haben die Kinder ihre Lieblingskleidung, die haben sie nur schweren Herzens weggegeben. Was wir nicht im Austausch dabei hatten, müssen wir kaufen.
Josef kam dann um 13.30 Uhr. Er hatte in Malindi geschlafen, da seine Tochter Ashni krank ist und Saumu erst Mittag aus der Arbeit kommt. Wir haben dann mit den Kindern zu Mittag gegessen, es gab Ugali mit Chicha (etwa wie Mangold). Es ist uns aufgefallen, dass die Kinder sehr viel salzen.
Roland schloss dann den mitgebrachten Computer, den Hias, ein Fußballkumpel, für uns zusammengebaut und mit englischer Software ausgestattet hatte, an und ich habe mit den Kindern die Kleidung ordentlich in die Fächer eingeräumt und gesagt, dass es in Zukunft immer so ausschauen soll.
Josef beurteilte, wer am schönsten eingeräumt hat, und die ersten 10 bekamen einen Preis. Die beste war Sarah, sie bekam einen Gutschein für ein neues T-Shirt, die anderen ein gebrauchtes Shirt, Kekse, Zahnbürsten und Kugelschreiber.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir ins Hotel zurück.
Am Abend unterhielten wir uns nach dem Essen mit den restlichen 4 Gästen an der Bar.

16. / 17. Oktober 09

 Wir wollten heute den ganzen Tag und auch die Nacht im Waisenhaus verbringen. Wir wurden von Josef um 11.30 Uhr abgeholt. Ich war stinksauer weil er so spät gekommen ist, ich bin den dritten Tag nun krank, es war sehr schwül, und kann mir etwas Schöneres vorstellen als am Straßenrand eine dreiviertel Stunde auf das TucTuc zu warten.
Wir fuhren dann nach Kilifi zur Bank, Josef brauchte Geld um offene Rechnungen zu bezahlen. Da war um diese Tageszeit natürlich dementsprechend viel los. Es dauerte fast eine Stunde, bis wir das Geld hatten. Dann ging es weiter ins Waisenhaus. Wir aßen dort wieder eine Kleinigkeit (Kidogo) mit den Kindern, es gab Reis mit Bohnen.
Josef und Erika fingen an, die Buchhaltung zu machen, aber es gab keinen Strom, also mussten sie nach ca. 1 ½ Stunden abbrechen. Wir unterhielten uns dann mit den Kindern und spielten, sie sprachen Suaheli, wir deutsch oder englisch, aber irgendwie haben wir uns verstanden.
Das Abendessen verlief sehr romantisch bei Kerzenschein, immer noch kein Strom. Der Wasserdruck war auch nicht in Ordnung, also fiel duschen auch aus. Lediglich mit einem nassen Handtuch konnten wir uns den Schweiß etwas abwaschen. Hakuna matata!
Um ca. 19.00 Uhr gingen die kleinen Kinder zu Bett, die größeren um 20.00 Uhr, und wir um 20.30 Uhr. Wir waren todmüde, konnten aber wegen der Schwüle nur schlecht einschlafen. Um Mitternacht begann in der Nachbarschaft eine Geburtstagsparty. Es gab viel laute Musik bis um 4.00 Uhr morgens. Dann kam der Regen und die Party endete sofort. Dafür setzte um 5.00 Uhr der Muhezin mit einem Megaphon zu seinem Gebetsaufruf an.
Um 6.00 Uhr standen die ersten Kinder und die Mamas auf. Und sofort begann das geschäftige Treiben, das 22 Kinder im Alter von 3 ½ bis 16 Jahren plus 2 Mamas veranstalten, wenn der Tag beginnt: waschen, Zähne putzen, anziehen, frühstücken. Es war für uns ein gutes Erlebnis bei einem normalen Tagesablauf dabei zu sein.
Um 9.00 Uhr kam Edith, unsere Nachhilfelehrerin. Sie hatte für jedes Kind ein Blatt angelegt, auf dem die Noten der Kinder eingetragen werden, damit wir den Leistungsstand ersehen können. Dann gab es den letzten Test zurück. Manche hatten sehr viele Punkte erreicht, andere leider wenige. Wir konnten uns selbst ein Bild machen.
Dann fuhren wir mit Sarah nach Kilifi, um den Gutschein einzulösen und um ihr ein paar Sandalen zu kaufen. Sie war die einzige, die keine Schuhe bekommen hatte, da keine gepasst haben. Sie freute sich sehr und strahlte über das ganze Gesicht.
Dann ging es weiter nach Mnarani zu den anderen Familien. Leider war niemand da. Aber die Kinder liefen und holten die Mamas. Wir fragten sie, was sie in den letzten Monaten getan haben um selbst zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen. Jede hat 5 Kinder und keinen Mann, es ist nicht so leicht. Doch Mama Karembo hat  jetzt eine Festanstellung als Bauhelferin, Mama Kahindi kann zeitweise bei einer anderen Familie waschen, nur die dritte Mama hat keine Arbeit gefunden, ist auch schwierig, sie hat drei kleine Kinder, Zwillinge mit drei Jahren und ein kleines Baby mit ½ Jahr. Kahindi Jimmy arbeitet zeitweise in einer Werkstatt und Helka Kahindi arbeitet bei uns im Waisenhaus.
Mama Kahindi ist in eine billigere Wohnung gezogen. Die anderen wohnen noch in den alten Zimmern. Wir haben für Mama Karembo, Mama Kahindi und Kahindi Jimmy die Miete bis März 10 bezahlt. Nächste Woche wollen wir ihnen noch etwas zu essen bringen. Das wird dann für ca. 2 Monate reichen. Es ist aber schön, dass sie selbst langsam auf die Füße kommen. Mama Karembo braucht zwei Matratzen und Pendo eine neue Schuluniform. Wir werden nächste Woche die Matratzen besorgen.
Mittags waren wir im Hotel zurück und konnten uns bis nachmittags um 16.00  Uhr erholen.
Um 16.30 Uhr waren wir wieder im Waisenhaus und haben endlich die Fotos mit allen Kinder gemacht. Vor unserer Vereinstafel und ebenso vor dem Logo. Die Tafel ist leider schon etwas verblichen, das haben wir aber erst zu spät gesehen.
Dann begann das Meeting mit den Angestellten. Sie bekamen die Gelegenheit, uns über Verbesserungen und etwa fehlende Sachen zu informieren, im Gegenzug vermittelten wir ihnen unsere Vorstellungen und Wünsche um Abläufe zu optimieren. Das Meeting verlief sehr positiv, wir erhielten eine Aufstellung von Dingen die benötigt werden (Schulbücher, Küchenutensilien usw.). Wir stellten einige neue Regeln bezüglich Arbeitszeiten, Essenszeiten und Sauberkeit auf. Auch die versprochene Lohnerhöhung zum nächsten Ersten wurde bekannt gegeben. Die Sitzung wurde mit einem Gebet eröffnet und auch beendet.
Um 20.00 Uhr waren wir im Hotel, aßen noch eine Kleinigkeit und gingen dann zu Bett.

18. Oktober 09

Heute waren wir den ganzen Tag im Hotel.
Um 14.00 Uhr kam Josef und wir machten mit ihm die restliche Buchhaltung.
Anschließen waren wir noch im Pool, aßen wie immer gut zu Abend und gingen dann nach ein paar Drinks ins Bett.

19. Oktober 09

Um 10.00 Uhr fuhren wir nach Kilifi zur KCB, um Josef eine Bankvollmacht zu erteilen. Wir mussten ein Formular ausfüllen, Josef brauchte ein Passbild, Erika kaufte noch ein paar Kekse für den nächsten Tag und dann sind wir ins Waisenhaus. Inzwischen war es Mittag und die Kinder kamen zum Essen. Es gab Kartoffeln mit Karotten. Andrea und Arrigo kamen auch und bekamen natürlich auch eine Kleinigkeit zu Essen. Andrea machte mit Doreen einen Blusenschnitt und nähte die Bluse dann auch mit ihr.
Da der Laptop von Josef mit Viren verseucht war, musste wir die Daten der Buchhaltung auf den mitgebrachten PC abspeichern, damit Josef weiterarbeiten auch kann, wenn wir wieder weg sind.
Arrigo kennt sich mit Computern sehr gut aus, und er hat die beiden Sticks vom Virus befreit. Den Laptop konnte er leider nicht virenfrei machen, der war so verseucht, dass er ihn nicht einmal mehr platt machen konnte. Josef muss sich selbst darum kümmern. Erika machte mit den Kindern Schulaufgaben und spielte mit den Kleinen.
Inzwischen war es 16.00 Uhr. Josef brachte uns noch ins Hotel. Wir schwammen noch eine Runde, gingen dann duschen und essen.
Nach ein paar Drinks gehen wir ins Bett.

20. Oktober 09

Um 10.00 Uhr fuhren wir mit Monika und Andreas, Bettina und Daniel, Nina und Hansi ins Waisenhaus. Die Kinder hatten heute schulfrei und erwarteten uns schon. Nach der Begrüßung sangen sie zwei Lieder, die gingen den Gästen sehr ans Herz. Monika hatte Tränen in den Augen. Anschließend gab es Kekse und Limo. Nina und Hans fuhren ins Hotel zurück, da Nina Kreislaufprobleme hatte, wir anderen sind weiter nach Kilifi gefahren. Dort kauften wir noch für die Familien Kahindi, Karembo und Habiba Lebensmittel ein. Jeder bekam gleich viel, z.B. 30 kg Bohnen, 3 ltr. Öl, 8 kg Mehl, 90 kg Mais, Seife, Zucker, Salz, Tee, Omo, sowie für Mama Kahindi eine Matratze und für Mama Karembo 2 Matratzen. Wir luden alles ein, banden die Matratzen auf das TucTuc und fuhren nach Mnarani. Dort wurden wir schon erwartet. Die Kinder bekamen von den Gästen Kekse, somit konnte Erika Fotos machen.
Wir zeigten den Vieren die Zimmer und sie haben sich mit den Müttern etwas unterhalten.
Mama Habiba hatte noch ein Anliegen. Da ihr Mann seit Monaten verschwunden ist, bzw. eine andere Frau geheiratet hat, ist sie mit den Kindern alleine, und die sind noch alle sehr klein und kann deshalb auch keiner geregelten Arbeit nachgehen. Sie hat seit März die Miete nicht zahlen können, und der Vermieter will sie aus dem Zimmer schmeißen wenn sie nichts bezahlt. Also bezahlten wir ihr für 8 Monate die Miete, um den Rest wollte Kahindi Jimmy sich kümmern. Dann fragte sie, ob wir ihr die Permanentpille zahlen wollen, sie möchte keine weiteren Kinder mehr. Wir finden das sehr vernünftig und haben ihr deshalb dafür Geld gegeben.
Mit Kwaheri wurden wir verabschiedet und sie freuten sich auf den nächsten Besuch.
Um 14.30 Uhr waren wir wieder im Hotel und sprangen gleich in den Pool. Der Ober Milimu besorgte für uns noch etwas zu Essen, wir waren sehr froh drüber, denn das Frühstück lag schon einige Stunden zurück.
Josef blieb bei uns noch bis um 19.00 Uhr. Der Abend verlief wie immer.

21. Oktober 09

Heute waren wir den ganzen Tag im Hotel. Josef war in Mtwapa bei einem Meeting von Manager von Waisenhäusern. Er kam am späten Nachmittag ins Hotel und berichtete uns darüber. Wichtig ist, dass nie ein Fremder ins Waisenhaus darf. Die Kinder dürfen nicht geschlagen werden, es muss ihnen viel Liebe gegeben werden. Probleme müssen gelöst werden, wenn nötig unter Mithilfe vom Childrens-Office. Die Kinder dürfen nicht den Angehörigen mitgegeben werden, wenn diese kommen und sie abholen wollen. Wenn das Kind einverstanden ist, können die Angehörigen für eine oder mehrere Stunden im Waisenhaus sein um zu reden und zu spielen, aber nicht nach draußen gehen. Die Kinder müssen unterstützt werden, z.B. bei den Hausaufgaben helfen, Geschichten erzählen, Lieder singen, tanzen usw., eben alles tun was auch eine richtige Mama tut.
Die Meetings finden immer in einem anderen Waisenhaus statt, so alle 8 Wochen. Bei uns waren sie im August. Die Gäste bekommen was zu essen und trinken. Es dauert meistens von ca. 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr. Demnächst soll ein Treffen in Nairobi sein, man will sehen wie dort die Verhältnisse sind und welche Probleme es gibt.
Seit gestern sind viele Gäste im Hotel, es sind Einheimische die ein Seminar haben. Am Buffet ist was los. So etwas gibt es für sie nicht oft, dementsprechend groß sind die Portionen auf den Tellern.

22. Oktober 09

 Heute Vormittag war für uns nichts zu tun. Wir waren anfangs am Pool, aber gegen Mittag hatte uns der Regen auf die Veranda geschickt.
Es ist momentan die kleine Regenzeit, die sonst im August ist. Der Vorteil gegenüber Deutschland: Der Regen ist warm!
Um 14.00 Uhr brachen wir auf nach Kilifi zur KCB, um Geld abzuheben. Es mussten noch einige Dinge bezahlt werden. Dann ging es weiter ins Waisenhaus. Einige Kinder waren schon von der Schule nach Hause gekommen. Andrea nähte mit Doreen wieder Schuluniformen und zeigte ihr gezeigt, wie man die richtig anfertigt. Josef und Erika trugen die restlichen Rechnungen noch ins Kassenbuch ein und wie immer passte der Salod.
Wir übertrugen dann die neuesten Daten vom Laptop auf den PC und zeigten Josef noch einmal, wie er das in Zukunft machen müsse.
Den Kindern zeigten wir noch das Video vom Ausflug in unser Hotel, die Freude sich selbst zu sehen, war riesig.
Erika lernte und las noch mit den „mittleren“ Kindern und stellte ihnen einige Aufgaben gestellt. Roland zeigte dem Schreiner, welche Betten gerichtet werden müssten. Nach einem Jahr waren einige schon in Mitleidenschaft gezogen worden.
Wir entschlossen uns, einen Fernseher anzuschaffen; die Kinder haben keine Möglichkeit sich Informationen über Land und Leute, Politik im Land bzw. auf der Welt zu verschaffen. Auch die Tiere, die in ihrem Land leben, kennen sie nur von Zeichnungen im Schulbuch. Es gibt auch hier am Wochenende im Fernsehen eine Kinderstunde, etwa wie die „Sendung mit der Maus“, auch das ist wichtig für die Allgemeinbildung. Damit die Kinder und auch die Mamas nur zu bestimmten Zeiten fernsehen können, wird der Fernseher in einen abschließbaren Käfig gesperrt. Den Schlüssel hat Josef und er bestimmt, wann geschaut werden kann. Als der Käfig geliefert wurde, hat Josef gesagt: „Roland, das Haus für den Fernseher ist da“.
Wir bestimmten einen Platz und morgen Vormittag sollte er installiert werden.
Kurz vor 18.30 Uhr gab es Abendessen und wir besprachen nochmals, dass die Portionen nicht alle gleich groß auf den Teller kommen, sondern jedes Kind sich das Essen selbst von der Mama auf den Teller geben lassen soll. Damit kann besser kontrolliert werden, wie viel die Kinder essen. Eine 5-jährige braucht nicht so viel wie eine 10-jährige. Ein paar Mädchen haben im letzten halben Jahr ganz schön zugelegt. Sie haben die Portion, welche die Kleinen nicht geschafft haben, aufgegessen. Das soll nicht mehr sein.
Wir fuhren zum Abendessen ins Hotel gefahren, dort gab es später wieder eine Show und die Seminarteilnehmer haben wieder bis spät in die Nacht Party gemacht.

23. Oktober 09

Nachts hat es wieder geregnet und jetzt ist der Himmel auch schon wieder ganz schwarz. Wird wohl nichts mit am Pool relaxen.
Nach einer Stunde Regen kam dann doch noch die Sonne raus. Roland hat den Vormittag mit schlafen verbracht.
Am Nachmittag kam Josef ins Hotel und wir fuhren anschließend ins Waisenhaus. Die meisten Kinder waren schon da und spielten.
Wir spielten und lernten mit ihnen. Der Schreiner war da und hatte die Betten repariert. Wir schauten die Moskitonetze noch einmal an und stellten fest, dass sie viele Löcher hatten. Wir werden wohl wieder neue anschaffen müssen, zum Leidwesen von unserem Revisor Peter!
Dann kam noch Erik ins Waisenhaus und Roland sprach mit ihm über die Zukunftsplanung.
Um 20.00 Uhr waren wir wieder im Hotel und haben mit den anderen Deutschen den Abschied von Hansi und Nina, Daniel und Bettina gefeiert. Hans hat außerdem seinen 25. Geburtstag gefeiert.
Um 0.00 Uhr sind wir ins Zimmer gegangen und dann kam wie jeden Abend noch der Askari Ignatius auf einen Plausch vorbei.

24. Oktober 09

Heute ist unser letzter Tag.
Nach dem Frühstück gingen wir für ein letztes Mal für eine Stunde an den Pool. Außer uns 3 deutschen Paaren und ein Berliner Vater mit seiner 10-jährigen Tochter Svenja war leider niemand im Hotel.
Dann holte uns Josef ab. Andrea fuhr auch gleich mit, sie wollte mit Doreen nähen und dann unserer Lucy zeigen, wie man eine Bluse und einen Rock zuschneidet, anschließend sollte sie ihn auch nähen. Sie stellte sich sehr geschickt an. Vielleicht kann sie ihre Zukunft damit sichern.
Als wir ankamen, war gerade der Nachhilfeunterricht aus. Unsere Lehrerin Edith zeigte uns die Benotung der Kinder. Einige (die Kleinen) sind sehr gut; leider tun sich unsere größeren sehr hart, vor allem mit Englisch und Mathe. Was man als Kind nicht lernt, lernt man als 13- bzw. 16-jährige eben nicht mehr so einfach. Aber Edith gibt sich große Mühe.
Dann war Mittagessen. Wir trugen die Tische und Bänke in den überdachten Innenhof, da im Esszimmer noch „Baustelle“ war. Der Käfig, der den Fernseher tragen sollte, wurde in die Wand einbetoniert und musste noch gestützt werden. Es gab Bohnen mit Gemüse und einer Art Krapfen. Andrea, Arrigo und Doreen aßen ebenfalls mit. Arrigo sogar eine zweite Portion ….
Nach dem Essen wurde aufgeräumt und abgespült. Das wird von den Kindern erledigt, sie wechseln sich ab.
Dann wurde gespielt, was das Zeug hält. Wir waren am Abend müde davon. Jede hing an uns dran, sie wussten alle, dass dies unser letzter Nachmittag im Waisenhaus für viele Monate war. Um 15.00 Uhr wollten wir uns verabschieden. Jetzt wurde natürlich noch einmal gesungen. Sie sangen unsere Lieblingslieder und noch ein neues Lied, zu dem wir beide tanzen mussten, es handelt vom Waisenhaus und von uns. Erika war jetzt schon den Tränen nahe. Dann war es soweit, der Abschied war da. Wir stiegen ins TucTuc und winkten, bis sie uns nicht mehr sehen konnten.
Um 16.30 Uhr war wir im Hotel und wuschen uns im Pool die Tränen aus dem Gesicht.
Dann kam noch Besuch, Josefs Freundin Saumu und die gemeinsame Tochter Ashni kamen noch um sich ebenfalls zu verabschieden, auch Erik schaute noch vorbei. Er unterhielt sich noch lange mit Roland, während ich die Koffer packte. Die letzten Stunden heißen immer Abschied.
Nach dem Abendessen unterhielten wir uns alle noch an der Bar, aber um 22.30 Uhr gingen wir schlafen. Der letzte Rest wurde noch eingepackt und morgen früh um 5.00 Uhr werden wir vom Askari geweckt.

25. Oktober 09

Die Fahrt zum Flughafen verlief problemlos, ebenso der Flug nach München. Wie immer landeten wir um ca. 15.30 Uhr, 20 Minuten bevor der Bus nach Ingolstadt abfährt. Die Gepäckausgabe dauert aber meistens ½ Stunde, also auf den nächsten warten…. Um 19.00 Uhr sind wir zu Hause in Buxheim.
Wie immer waren die zwei Wochen viel zu kurz, aber in ein paar Wochen werden wir schon den nächsten Urlaub in Kenia buchen
.

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