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Letzte Änderung

am 17.12.2013

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Bericht über den Kenia-Aufenthalt im Oktober 2010

 

10. Oktober 10

Morgens um 07.40 Uhr landeten wir in Mombasa. Josef holte uns vom Flughafen ab, er ist von seiner Krankheit gezeichnet, es geht im aber schon wieder gut.

Im Hotel packten wir als Erstes unsere Sachen aus und gingen zum Pool. Dort trafen wir Anke und Norman, die wir vor zwei Jahren hier kennengelernt hatten. Sie waren damals die ersten Gäste in unserem Waisenhaus und wir hatten gute Erinnerungen an sie.

Am Nachmittag fuhren wir dann zu den Kindern. Wir brachten ihnen kleine Geschenke mit,  die in Stofftaschen vom Backhaus Hackner verpackt waren. Natürlich wurden wir mit neuen und alten Liedern und Tänzen willkommen geheißen.Wir saßen alle zusammen und stellten uns Fragen. So konnten wir auch gleich ein bisschen testen, wie gut das Englisch der Kinder ist. Sie sollten nicht nur mit Yes oder No antworten, wir wollten ganze Sätze hören. Auch die Kinder fragten uns einiges und wir mussten unsere Englischkenntnisse „auspacken“. Nach einer Runde Limo für alle durften die Kinder endlich die Geschenke auspacken. Die Tüten waren unterschiedlich gefüllt, aber passten zu jedem Kind: es waren Stifte, Zahnbürsten, Zahnpasta, Post-Its, Trinkbecher, kleine Schüsseln, Springseile, Haarklammern, Käppis u.v.m. in den Taschen. Die Freude war groß und jedes Mädchen zeigte seine Geschenke her. Anschließend musste ich noch die eigenen Spielsachen, Schulhefte, Kleiderboxen usw. begutachten. Na ja, ein bisschen mehr Ordnung könnte nicht schaden…

Am Abend legten wir uns gleich nach dem Essen auf unsere Terrasse und gingen schon um 21.00 Uhr ins Bett.

11. Oktober 10

Vor dem Frühstück trafen wir schon Andrea und Arrigo, sie waren kurz vorher angekommen. Wir unterhielten  uns noch kurz, bis uns dann Eric um 10 Uhr mit seinem Uralt-Toyota vom Hotel abholte, um zur Bank zu fahren, um die Spenden auf das Konto der Kenia-Hilfe Buxheim bei der KCB hier einzuzahlen. Das hat wieder gedauert …. Nach drei Stunden, die wir für diese Aktion brauchten, fuhren wir wieder ins Hotel, da es dort für unsere Besprechungen am angenehmsten war.

Später kam auch noch Josef, er war mit Norman und Anke in einem Waisenhaus, das sich in der Nähe des Hotels befindet. Wir sprachen die „To Do-Liste“ durch und überlegten, wie sich die nächsten Tage gestalten sollten. Um 17.30 Uhr fuhr Eric wieder, Josef etwas später.

12. Oktober 10

Um 10 Uhr fuhren wir mit dem Tuk Tuk ins Waisenhaus. Dort trafen wir Mercy und Helka an, die das Mittagessen vorbereiteten.

Wir sprachen mit Mercy über ihre Krankheit. Sie hat im Uterus Geschwüre, die entfernt werden müssen. Die OP wurde aber schon drei Mal verschoben, da ihre Blutwerte nicht in Ordnung waren. Am Montag hat sie die nächste Untersuchung und wir wollen mitgehen, damit wir Näheres erfahren. Dann besprachen wir noch unser Jubiläum. Unser Waisenhaus besteht nämlich am 17.10. seit zwei Jahren und wir wollen am Samstag mit den Kindern und Angestellten im Hotel feiern. Dazu müssen wir noch mit dem Manager vom Hotel besprechen, was es zu essen gibt.

Mit Josef sprach ich dann die Buchhaltung ab Januar durch. Einige Dinge waren noch zu klären, vor allem für Peter, unseren Revisor, der das Gott sei dank sehr genau nimmt. Die Umsetzung unserer Regeln ist nicht immer sehr einfach für Josef. Aber da muss er durch. Die letzten Monate waren für ihn wirklich schwierig, da er sehr krank war. Zum Glück verbessert sich sein Gesundheitszustand immer mehr, so dass er wieder mit voller Kraft seine Arbeit erledigen kann.

Mittags kamen dann unsere Mädchen aus der Schule und wir aßen zusammen. Es gab Bohnen mit Reis und Chicha, auch wir essen das sehr gerne. Beim Essen unterhielten wir uns mit Mercy über den neuen Speiseplan. Wir hoffen, dass sich durch die ausgewogenere Ernährung der Gesundheitszustand der Mädchen verbessert. Der alte Speiseplan war auch landestypisch, enthielt aber zu wenig Proteine, Eiweiß und Vitamine. Der neue Speiseplan wurde von einem Arzt erstellt und unsere Mamas wurden auch in der Zubereitung geschult. In Kenia werden durch zu langes Kochen die Inhaltsstoffe oft zu Tode gekocht.

Roland musste dann noch unsere kleine Rehema trösten, ihre Haarklammer war gebrochen und sie weinte. Neema schenkte ihr dann eine von ihr und schon war die Welt wieder in Ordnung. Mercy nähte zwischendurch einen Knopf an, damit Elisa ihren Rock nicht verliert, wenn sie nach der Mittagspause wieder zur Schule geht.

Nachdem die meisten Kinder wieder in der Schule waren, trugen Josef und ich die restlichen Rechnungen ein und machten einen Kassenabgleich. Wie erwartet war das Ergebnis positiv.

Als die Kinder wieder aus der Schule kamen, spielten wir noch etwas mit ihnen und schauten ihre Schränke durch. Manche waren sehr schön eingeräumt, andere hingegen nicht. Ich sagte ihnen, dass ich in den nächsten Tagen wieder kontrollieren werde und auf das Ergebnis sehr gespannt sei.

Am Vormittag war noch der Schreiner bei uns und wir erteilten ihm den Auftrag für einige Bänke, Tische und Stühle, die Share for Smiles für die Kibaoni-Schule, in der auch unsere Kinder unterrichtet werden, spenden will.

Mittlerweile war es schon nach 17 Uhr und wir fuhren ins Hotel zurück, sprangen noch in den Pool und ließen uns dann das Abendessen schmecken.

13. Oktober 10

Am Vorabend hatten wir noch mit einem Hotelgast, Thomas, über unser Projekt gesprochen. Er hatte gesagt, eine Bekannte von ihm, die seit 15 Jahren in Kenia lebt, besucht ihn im Hotel und wir könnten mit ihr wegen eines Grundstücks sprechen.

Am Vormittag kam sie dann mit ihrem kenianischen Mann. Ihr Name ist Eva-Maria, ihr Mann heißt Jussuf, und sie zeigten uns ihr Haus in Mnarani. Dort haben sie drei Zimmer zu vermieten, eines kostet pro Monat für zwei Personen (ohne Essen) 50.000,- KSH, bei freier Benutzung der Küche. Es ist zwar landestypisch, wir könnten uns aber vorstellen auch einmal für längere Zeit dort zu wohnen.

Jussuf brachte uns dann nach Kilifi Town zurück. Wir gingen zu Eric ins Büro, trafen aber nur Anna an. Nach einem kurzen Gespräch gingen wir weiter in den Supermarkt und kauften für die Kinder Kekse und Abspülutensilien. Anschließend ging es mit dem Tuk Tuk wieder ins Hotel zurück.

14. Oktober 10

Heute fuhr Roland mit der ganzen Familie Schnabl nach Malindi, um die Nähmaschinen und Stoffe zu kaufen. Ich blieb im Hotel, meinem Rücken ging es nicht so gut.

Um 14.30 Uhr kamen die anderen völlig fertig ins Hotel zurück. Sie hatten leider keine gute Nähmaschine gefunden. Eine, die eventuell in Frage kam, war falsch eingestellt und Arrigo hatte sie zu reparieren versucht, was dauerte und die anderen auf eine harte Probe stellte ;). Aber Andrea hatte viele Stoffe und Nähutensilien gekauft und Roland viele Tücher und Hüte. Josef ging noch mit Anke und Norman zu der Schule, wo die beiden einen Jungen unterstützen, da gab es nämlich Probleme. Wir verbrachten den Nachmittag am Pool und besprachen dann mit Josef noch Einiges für die nächsten Tage. Morgen wollten wir unser Meeting mit den ganzen Angestellten halten.

15. Oktober 10

Den Vormittag nähte Andrea Schuluniform-Röcke für unsere Kinder. Mit dem Hotelmanager Peter und dem ersten Kellner Harrison bestellten wir für morgen das Essen für die Kinder und mit Manase sprachen wir noch über die Spiele, die er mit den Kindern spielen will. Außerdem suchten wir noch Preise (Geschenke) für die Kinder aus, organisierten Schwimmärmel und schon war der Vormittag wieder vorbei. Später kam dann Josef und holte uns zum Meeting ab.

Das Meeting verlief zu unserer Zufriedenheit. Es wurde vieles angesprochen, was ich in einem Protokoll auch festgehalten habe. Es dauerte aber alles sehr lange, von 16.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Das nächste Mal müssen wir den Termin früher ansetzten.

Kurz vor 21.00 Uhr waren wir zurück im Hotel und bekamen gerade noch den letzten Rest zum Essen.

16. Oktober 10

Heute war der große Tag, unsere Kinder kamen zu uns ins Hotel. Vor genau zwei Jahren waren die ersten Kinder in unser Waisenhaus eingezogen, das galt es heute zu feiern.

Nach der Ankunft der Kinder, die mit dem Hotelbus abgeholt worden waren, sangen sie uns ein Lied. Anschließend flogen die Kleider und die Kinder sprangen in den Pool. Nur eines unserer Mädchen kann schwimmen, eigentlich unglaublich, wenn man am Indischen Ozean wohnt. Nach einer Stunde Planschen spielte der Animateur Manase mit den Kindern die Reise nach Jerusalem, die ersten drei Mädchen bekamen Preise. Dann stellten sich die Kinder rechts und links am Pool auf, die erste musste ein Handtuch im Pool nass machen und das Handtuch an die nächste weiterreichen. Die letzte musste dann das Handtuch über einem Eimer auswinden und das Team, das den Eimer als Erstes gefüllt hatte, gewann. Jede aus dem Siegerteam bekam einen Preis.

Nach den Spielen ging es noch einmal zum Abkühlen ins Wasser und dann gab es Mittagessen. Jeder bekam ein Viertel Hähnchen mit Pommes und als Nachtisch frisches Obst. Zum Trinken gab es Limo.

Nach dem Essen ruhten wir uns aus. Da Gott sei Dank, oder leider, fast keine Hotelgäste da waren, hatte jedes Kind seine eigene Liege. Sie haben sich gefühlt wie Prinzessinnen.

Nach dem Relaxen wurden erste Stimmen laut, wir sollten doch unbedingt ins Meer zum Baden gehen. Das war eine Gaudi, an mir, Roland und Anke hingen die Kinder zu mehreren an den Armen, Hals, Rücken, egal wo sie sich festhalten konnten, taten sie es auch. Norman hielt alles bildlich fest.

Mercy und Manase dachten sich noch ein paar Spiele aus, die man am Strand super spielen konnte. Als die Schnabels dann aus der Ribe-Boys-Schule zurückgekehrt waren, spielte auch Arrigo noch mit. Andrea, Melanie und Verena hatten ihren Spaß beim Zuschauen.

Nach der Generalreinigung der Kinder vom Sand kam das nächste Spiel, Coconut-Bowl. Fünf mit Sand gefüllte Plastikflaschen wurden aufgestellt und mit einer Kokosnuss musste jedes Kind soviel Flaschen wie möglich umschießen. Dass es dabei großes Gelächter gab, ist selbstverständlich. Hier bekam jedes Kind einen Preis, die Freude stand ihnen ins Gesicht geschrieben.

Dann brachte Mercy einen selbst gebackenen Marmorkuchen, der, wie sich später herausstellte, hervorragend schmeckte. Sie trugen noch ein Lied vor als Dankeschön, beim nächsten Lied musste ich den Kuchen anschneiden und Roland ein Stück geben, anschließend er mir ein Stück, als Nächstes waren die Gäste dran, dann die Kinder und Angestellten. Auch die Kellner und Manase mussten davon probieren. Limo durfte natürlich auch nicht fehlen.

Mercy, unsere erste Mama, bedankte sich bei uns für den schönen Tag, dann musste Roland ein paar Worte zu allen sprechen, dann kam ich dran und anschließend Andrea und Arrigo, Anke und Norman, Melanie und Verena. Zu guter Letzt bedankte sich Josef bei allen.

Nach den Reden war es an der Zeit, die Heimreise anzutreten. Die Kinder sangen ein Abschiedslied, das bis zur Rezeption dauerte, Singen und Tanzen ist ihre Leidenschaft.

Wir sind sicher, dass jedes Kind heute Nacht tief schlafen wird und süße Träume hat, wir ebenso. Lala Salama.

17. Oktober 10

Um 9.30 Uhr holte uns Josef vom Hotel ab und wir fuhren nach Mnarani zu den drei Familien, die privat von uns und Bekannten unterstützt werden. Sie wohnen jetzt nicht mehr zusammen in einem Haus, sondern jede der Mamas mit ihren Kindern getrennt. Wir trafen uns bei den Kahindis. Sie haben ein landestypisches Zimmer, spartanisch eingerichtet, die Kochstelle im Hof. Helka, unsere jüngste „Mama“, hat dort auch ihr Zimmer. Sie hat es nett eingerichtet mit einem Bett, zwei Stühlen und einem Tisch. Wir waren überrascht, dass alles so sauber aufgeräumt war und auch nett eingerichtet ist. Den Mamas und den Kindern geht es gut, sie wirken gesund und agil.

Aber dann kam die Liste der Wünsche, die wir dann auch reduzieren mussten. Was wir bezahlen werden, ist der Mietrückstand, Arztkosten, alles was für die Schule gebraucht wird, für Mama Habiba das versprochene Bett einschließlich Matratze und Bettzeug und für alle Lebensmittel.

Dann trafen wir Eva-Maria aus Bremen, die seit 15 Jahren in Kilifi lebt. Wir fuhren zusammen nach Tezo, um uns ein Grundstück anzuschauen. Es liegt abseits der Hauptstraße im Busch. Wir meinten, das Grundstück ist zu weit von Kilifi entfernt, die Piste zum Grundstück ist in sehr schlechtem Zustand, und was uns am meisten störte, es stehen einige bewohnte Hütten drauf, die dann weg müssten. Wir wollen niemanden vertreiben, es wäre auch für die künftige Nachbarschaft nicht dienlich.

Also sind wir wieder ins Hotel zurück, es war inzwischen 14.30 Uhr, und genossen den Tag. Norman und Anke hatten ihren letzten Tag und den wollten wir noch gemeinsam verbringen. Josef blieb auch noch bis nach dem Abendessen, er verstand sich sehr gut mit ihnen.

18. Oktober 10

Wir fuhren in aller Früh schon zum Waisenhaus und holten Mercy ab, um mit ihr ins Krankenhaus zu fahren. Heute sollte sich entscheiden, ob sie operiert werden muss oder nicht. Trotz der frühen Stunde, es war 07 Uhr, warteten schon ca. 40 Leute um zu einem der Ärzte zu kommen. Man muss sich erst anmelden und dann wird man an die zuständigen Ärzte verteilt. Um 09.30 Uhr rief uns Josef an und sagte, dass wir vielleicht anschließend ein Grundstück anschauen könnten. Daraufhin fuhren wir ins Hotel zurück und warteten auf den Anruf, wann wir starten können.

Mittags kam Josef und wir trugen die restlichen Rechnungen noch in das Kassenbuch ein. Mercy meldete sich auch, sie muss nicht operiert werden, die Geschwüre sind kleiner geworden, jetzt müssen nur noch die Blutwerte stimmen, dann sind wir wieder eine Sorge los.

Andrea will mit Mama Joyce aus ihrem Projekt unseren Mamas und Lucy das Nähen beibringen. Dazu bekommt sie von Andrea die mitgebrachte Nähmaschine geschenkt. Aber sie muss auch für unsere Kinder solange die Schuluniformen nähen, bis Lucy und die Mamas es selber können. Eine Nähmaschine haben wir ja schon von Andrea geschenkt bekommen, eine weitere werden wir nächstes Mal mitnehmen, da sie hier viel zu teuer und minderwertig sind. Mama Joyce freute sich so über die Nähmaschine, dass sie weinte. Das ist für sie ein supertolles Geschenk, das sie und ihre Familie persönlich weiterbringt. Für uns ist es ebenfalls goldwert, da sie den Mamas und unseren größeren Kindern das Nähen lernen wird.

Am Nachmittag sprachen wir noch Einiges von unserer Liste mit Josef durch und ließen es uns am Pool gut gehen.

19. Oktober 10

Um 10 Uhr kamen Mama Joyce und unsere Helka. Andrea nähte mit ihnen, das heißt die beiden fertigten Schuluniformen und Taschen an. Helka hatte unsere Nähmaschine mitgebracht, leider ohne Pedal, das musste Josef noch holen. Arrigo reinigte inzwischen die Nähmaschine und brachte sie wieder in Schuss. Mama Joyce kann schon sehr gut nähen und sie wird später Helka und auch Lucy unterrichten. Helka stellte sich sehr gut an, sie näht momentan noch die einfacheren Sachen, aber wir trauen ihr zu, dass sie es sehr schnell lernen wird, alleine zu arbeiten.

Um 14.30 Uhr holte uns Josef ab und wir brachten den drei Familien Lebensmittel und auch das Geld, das sie für Schule und Miete brauchen. Außergewöhnliches gibt es diesmal nicht, sie müssen lernen, selbst für sich zu sorgen. Wenn sie nur warten, dass wir zweimal im Jahr kommen und alles bezahlen, brauchen sie sich ja um nichts zu kümmern, und genau das wollen wir nicht, sie müssen lernen eigenständig zu werden. In Notfällen helfen wir gerne, auch einen Teil der Miete werden wir weiterhin bezahlen, aber nicht mehr alles, was sich vor allem die größeren Kinder wünschen. Sie müssen sich eine Arbeit suchen, und wenn es wie bei Mama Habiba und Mama Karembo ist, Steine schleppen und Maurerhilfsarbeiten machen. Nur herumsitzen und den Tag vertrödeln ist nicht!!!

Anschließend sind wir ins Hotel Makuti Villa gefahren und haben nachgefragt, ob ab Ende November für ein paar Tage ein Zimmer frei ist und wie viel es kostet. Petra Kraus und ihr Freund Peter wollen da unser Waisenhaus besuchen und als Mann kann Peter nicht im Waisenhaus schlafen.

Dann fuhren wir weiter ins Waisenhaus. Bis auf Lucy waren alle schon da. Wie immer freuten sie sich sehr, uns zu sehen. Ein paar Kinder zeigten uns ihre letzten Schulaufgaben und mit Mama Marcy sprachen wir noch über die Kleidung, welche die Kinder noch brauchen, nachdem unsere mitgebrachten Sachen verteilt worden waren. Inzwischen war auch Lucy aus der Schule gekommen und wie immer strahlte sie, als sie uns alle sah, sie ist so lieb. Dann spielten wir Kniechen, Näschen, Öhrchen. Es war sehr lustig und es war auch als Koordinationsübung gedacht.

Im Vorratsraum überprüften wir, ob die Lebensmittel auch richtig verpackt waren, damit keine Tierchen hineinkriechen. In den Schlafräumen müssen die Moskitonetze an allen Betten ausgetauscht werden, es ist schlimm, sie reißen so schnell und, wenn dann mal ein Loch drin ist, haben sie ihre Wirkung verloren.

Bei Einbruch der Dunkelheit fuhren wir wieder ins Hotel zurück.

20. Oktober 10

Um 10 Uhr fuhren wir ins Waisenhaus, wo uns die Kinder schon freudig erwarteten. Wir hatten gestern ausgemacht, dass wir mit allen Kindern nach Kilifi gehen. Nach einem Fußmarsch von 1 ¼ Stunden in der prallen Sonne gönnten wir uns im Baroness eine Runde Limo. Als die Limo getrunken, alle auf der Toilette waren und vor allem wir uns etwas erholt hatten, marschierten wir durch den Busch wieder zurück ins Waisenhaus. Dort hatten Mama Mercy und Mama Alice ein leckeres Mittagessen gekocht, es gab Reis, Chicha und Greengrams, als Nachtisch eine Banane.

Nach dem Essen zeigte ich dann Mama Alice, wie ich mir in Zukunft das Abspülen vorstellte. Bisher hatte jedes Kind seinen Teller und seine Tasse selbst gespült, und das alles unter fließendem Wasser. Das ist Wasserverschwendung. Ich hatte Spülmittel und Spültücher gekauft und so wie bei uns dann in einer Waschschüssel erst die Tassen und dann Teller und Besteck gespült. Mittags müssen die Mamas abspülen und aufräumen, am Abend können das die Mädchen abwechselnd selbst machen.

Dann war Büroarbeit angesagt. Wir spielten das aktuelle Kassenbuch, das Kassenbuch für 2011, unsere Lebensmittelstatistik 2011 und ein paar andere Listen auf den Computer.

Auch die „To Do-List“ arbeiteten wir noch einmal durch und übertrugen einige Aufgaben an Josef, schön langsam wurde es eng mit der Zeit.

Dann kam Besuch. Die Dame aus der Organisation Kenya Xperience, von der im Sommer schon Marjolein bei uns war, kam mit drei holländischen Studenten, die unser Waisenhaus anschauen wollten. Sie informierten sich, wie hier alles abläuft, interviewten die Mamas und ein paar Kinder, drehten ein Video und machten Fotos. Zum Schluss machten sie uns ein großes Kompliment, unser Waisenhaus sei das am besten organisierte und sauberste Waisenhaus, das sie bisher gesehen hätten. Einer von ihnen arbeitet seit einigen Jahren in Mombasa in einer deutschen Firma und hat hier schon einiges gesehen. Wir sind schon etwas stolz. 

Wir sprachen dann noch kurz mit den Kindern, außerdem mit den Mamas über Sauberkeit bei der Kleidung der Kinder und fuhren dann um 17 Uhr ins Hotel zurück.

Kurz nach uns kamen die Schnabels aus Mombasa zurück. Andrea, Melanie und Verena -Arrigo blieb hier, er war krank - hatten dort mit Abdillha für uns eingekauft. Stoffe für Schuluniformen und Taschen, Nähgarn, Nadeln und alles, was zum Nähen gebraucht wird. Auf was sie ganz stolz waren, ist der Nähtisch, der in Malindi 100€ gekostet hätte und den sie in Mombasa für 30€ erstanden hatten. Wir waren sehr froh, dass sie uns diesen Weg abgenommen hatten, so wurde an einem Tag getan, für was wir sonst zwei Tage gebraucht hätten.

21. Oktober 10

Den heutigen Tag verbrachten wir am Pool. Die einzige, die wieder arbeitete, war Andrea. Mama Joyce kam mit den zwei Nähmaschinen und beide nähten wie wild. Wenn wir Andrea nicht hätten  . . . .

Wir haben für heute nur organisatorische Dinge zu erledigen. Das Grundstück, das uns Eric zeigen wollte, ist leider nicht zu kaufen, die Papiere sind nicht in Ordnung.

22. Oktober 10

Heute Vormittag waren wir am Pool und am Strand. Die Schnabels schwammen zum Schnorcheln zum Riff hinaus. Wir lasen etwas und unterhielten uns mit den Angestellten vom Hotel unterhalten.

Nach dem Mittagessen gingen wir alle zu den Verkaufsständen vor dem Hotel, um etwas einzukaufen. Andrea hatte dem einen Verkäufer einen Koffer mitgebracht und sie konnte sich dafür einige Sachen aussuchen. Auch wir bekamen noch ein paar Figuren kostenlos. Im zweiten Geschäft kauften wir dann auch noch einige Figuren ein, auch er soll etwas verdienen.

Am späten Nachmittag kamen die Kinder von Andrea ins Hotel, um ein Flötenkonzert zu geben. Andrea hatte letztes Jahr einige Flöten mitgebracht und nun sollten uns die Kinder zeigen, was sie gelernt haben. Leider waren fast keine Urlauber im Hotel und so waren nur wir und die Hotelangestellten aufmerksame Zuhörer. Es war erstaunlich, wie gut die Kinder spielen. Das Konzert hat ca. ½ Stunde gedauert und anschließend gab es Limo und Kekse.

Eric und Josef waren inzwischen eingetroffen. Wir fuhren noch einmal zu dem Grundstück, das uns Eva-Maria gezeigt hatte. Die Strecke führte dieses Mal an der Küste entlang nach Tezo, da wollt ich schon immer einmal entlangfahren. Das letzte Stück war etwas abenteuerlich, es ging durch Kalksandsteinbrüche auf einer Straße, wo sonst nur große LKWs fahren.

Eric gefiel das Grundstück auch sehr gut, er sprach mit ein paar Leuten, die in einer Hütte ganz in der Nähe wohnen, und sagte uns dann, dass er seine Telefonnummer hinterlassen hat. Der Eigentümer sollte ihn anrufen.

Dann fuhren wir wieder zurück ins Hotel.

Es wurde schon dunkel und wir kamen noch gerade rechtzeitig, um uns von Andreas Kindern zu verabschieden. Sie fuhren zu zwölft in einem Tuk Tuk zurück zu ihren Hütten.

23. Oktober 10

Heute ist unser letzter Tag. Um 7.45 Uhr waren wir schon im Baroness, um uns mit Eva-Maria, Jussuff, Eric, Josef und dem Grundstücksbesitzer zu treffen. Wir waren alle vollzählig, als uns ein Anruf erreichte, dass auch diese Papiere nicht 100%ig in Ordnung sind. Mist, es wäre echt super gewesen. Ich machte dann noch mit Josef die private Abrechnung, wir fuhren zur Bank und zahlten das restliche Geld auf unser Konto ein. Für unsere drei Familien hatten wir wieder ordentlich Geld ausgegeben, aber dafür war es ja gedacht.

Dann fuhren wir zum letzten Mal ins Waisenhaus. Es war Samstag, und bis auf Lucy und Neema, die in der Schule waren, waren alle Kinder und Mamas da. Mit Josef trug ich noch die letzten Rechnungen ins Kassenbuch ein und machte den Kassenabgleich. Bis auf ein paar Schilling Differenz war alles in Ordnung, ich hatte auch nichts anderes erwartet. Josef macht seine Sache wirklich gut.

Dann kamen auch die Schnabels, wir hatten sie zum Abschiedsessen eingeladen. Arrigo und Roland stellten den Nähmaschinentisch auf und bauten die Nähmaschine ein, die Mamas kochten, die Kinder spielten. Dann kam Besuch! Von der Uni Kilifi kamen 15 Studenten und brachten unseren Kindern Geschenke und Lebensmittel. Sie arbeiteten an einer Studie über Waisenhäuser und sie hatten die Mamas, Josef und ein paar Kinder interviewt. Sie waren sehr interessiert am Tagesablauf unseres Waisenhauses.

Roland, Josef, Abdhilla und Andrea gingen dann zur Kibaoni-Schule, wo auch unsere Kinder unterrichtet werden. Es wurden die Tische, Bänke und Stühle für das neue Klassenzimmer geliefert. Der Verein Share for Smiles hatte uns Geld gegeben, um diese Anschaffungen zu ermöglichen. Von der Schule waren der Headmaster, der stellvertretende Headmaster, der Elternbeiratsvorsitzende und noch einige vom Elternbeirat da, um die 22 Schulbänke, 2 Lehrerschreibtische und 9 Stühle fürs Lehrerzimmer in Empfang zu nehmen. Sie waren wirklich sehr dankbar, da sie für die beiden neuen Klassenzimmer auch neue Schulbänke bekamen. Sie freuten sich wie Kinder zu Weihnachten.

Im Waisenhaus tanzten und sangen die Studenten mit den Kindern, nach 1 ½ Stunden verabschiedeten sie sich und wir konnten endlich beginnen das Mittagessen auszuteilen. Die vier größeren Kinder schickten wir noch, um Limo zu kaufen.

Endlich kamen auch Roland und Josef aus der Schule und wir konnten essen. Roland hatte bei Mercy für das Abschiedsessen Hähnchen-Curry bestellt, was es sonst nur an Weihnachten gibt, und wir alle aßen sehr gut.

Nach dem Essen gingen die Schnabels zu ihren Kindern, die alle nur etwa 10 Minuten vom Waisenhaus entfernt wohnen.

Die Kinder sangen noch ein paar Lieder und waren schon traurig, wir mussten uns verabschieden. Jedes Kind wurde noch einmal umarmt und wir hörten immer „Good bless you“ und „Please come back“. Einige weinten richtig und wir mussten sie trösten. Natürlich kämpften auch wir mit den Tränen, der Abschied fällt immer soooo schwer. Aber im März kommen wir wieder.

Am späten Nachmittag waren wir wieder im Hotel. Ein letzter Sprung in den Pool und dann mussten wir packen.

Auch der Abschied von Andrea, Arrigo, Melanie und Verena fiel uns schwer. Wir werden uns zwar nächstes Jahr im Oktober wieder sehen, aber bis dahin ist es noch lange hin.

Um 23.00 Uhr sagten wir zum letzten Mal Lala Salama.

 

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