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Reisebericht über den Kenia-Aufenthalt im März 2026


12./13. März 26

Am 12. März fuhren wir mit dem Auto nach Frankfurt zu Andrea und Arrigo.

Am Abend brachten uns Freunde zum Flughafen.

Mittags um 12 Uhr landeten wir in Mombasa, wo uns ein Bus abholte und ins Hotel brachte.

Bei der Ankunft im Hotel begrüßte uns Eliza, die wir als erstes Mädchen im Jahr 2008 in unserem Projekt begrüßen konnten. Nun macht sie ein Studium zur Touristik-Managerin und absolviert ihr Praktikum im Hotel Kilifi Bay. Wir haben uns sehr gefreut, uns wiederzusehen.

Ihr Smartphone funktioniert nicht mehr richtig, aber wir konnten ihr eines besorgen das uns Andrea zur Verfügung gestellt hat.

14. März 26

Den Vormittag verbrachten wir am Pool.

Am Nachmittag kam unser ehrenamtlicher Manager Eric und wir besprachen die nächsten Tage und er gab uns einen Bericht der Aktivitäten vom letzten Jahr.

Unser Mädchen Mwanahamis beendete die Primary School und sie geht seit Januar in die St. Thomas Secondary School (Internat).

Die anderen Mädchen sind noch in der Primary School und Junior Secondary School.

Wir sprachen auch noch über Millicent, die ein Studium der Wasserwirtschaft in Nairobi macht. Eric schickte uns Fotos von Millicent, das zeigte, wie sie dabei war, einen Wasserrohrbruch zu orten, und dabei auch per Hand graben musste – gute Ausbildung!

Wir haben noch einige andere Themen angerissen, die wir in den nächsten Tagen ausführlich besprechen wollen.

Für den nächsten Tag vereinbarten wir, dass Eric uns nach dem Mittagessen abholt und wir zu den Mädchen fahren.

15. März 26

Um 14 Uhr holte uns Eric vom Hotel ab und wir fuhren noch in den Supermarkt, um einige Leckereien und Obst für die Kinder zu kaufen.

Bei der Ankunft wurden wir sehr herzlich von den Kindern begrüßt. Es war so schön, sie alle gesund und munter wiederzusehen.

Ich inspizierte die Zimmer und Roland den Garten bzw. Grundstück.

Die Zimmer der Mädchen waren wie immer in den letzten Jahren schön aufgeräumt, auch das Zimmer unserer neuen Heimleiterin Marietta.

Nur die Zimmertüren müssen unbedingt erneuert werden. Eigentlich hatten wir das schon letztes Jahr angeschafft, aber dann war der Zaun, der um das gesamte Grundstück geht, teilweise zusammengebrochen, und die Tiere der Nachbarn fraßen unsere Anpflanzungen. Also wurde jetzt erst einmal der Zaun gebaut und die Türen sollen dann im Dezember ersetzt werden, wenn die Kinder in den Weihnachtsferien bei ihren Angehörigen sind (Vorschrift vom Jugendamt).

Es hatte in den letzten Wochen sehr viel geregnet und, da das Waisenhaus an einem leichten Hang liegt, hatte sich unten sehr viel Wasser gesammelt und einige der Pfosten waren ausgeschwemmt worden und müssen jetzt erneut einbetoniert werden.

Außerdem war noch seitlich, etwas höher als das Eingangstor, eine Tür eingebaut worden, da man sonst nicht trockenen Fußes ins Waisenhaus gekommen wäre.

Dann wurden die Geschenke, die wir von Kiran, der Inhaberin vom Hotel Kilifi Bay, bekommen hatten, ausgepackt und als Erstes die Hausschuhe verteilt.

Ihre großzügige Spende umfasste neben den Hausschuhen auch Schuhe für die Schule, Kopfkissen, Bettwäsche, Schulhefte, Stifte, Mäppchen, Handtücher und obendrein eine Gitarre mit Lernanleitung. Zwei der Mädchen üben bereits. Vielleicht wird eine ein Rockstar wie Tracy Chapman.

Bei der Übergabe der Geschenke von Kiran machten wir ein Video, das wir ihr dann per Whatsapp schicken werden.

Mama Joyce bereitete für den nächsten Morgen Mahambre zu, diese sind ähnlich wie unsere Krapfen, nur ohne Zucker und Füllung. Wir bekamen natürlich eine Kostprobe.

Wir luden die Kinder noch für nächsten Samstag an den Strand von Kilifi Bay Hotel eingeladen vom Geburtstagsgeld von Roland. Die Freude war groß.

Vor Einbruch der Dunkelheit brachte uns Eric zurück ins Hotel.

16. März 26

Den heutigen Tag verbrachten wir im Hotel mit Spaziergang, schwimmen und relaxen.

In der Rojo Rojo Grundschule war heute Elterntag. Es war aber nicht notwendig, dass wir hingehen, da ohnehin alles in Landessprache gesprochen wird und wir diese nicht verstehen.

Marietta, unsere Heimleiterin, vertrat uns.

17. März 26

Am Nachmittag kam Eric zu uns ins Hotel und wir sprachen über die Zukunft des Kinderheims. Es soll ja ab 2030 keineWaisenhäuser mehr geben laut aktueller Regierung. Da aber nächstes Jahr Wahlen sind und die aktuelle Regierung mit ziemlicher Sichrheit abgewählt wird, hoffen wir darauf, dass die aktuelle Situation bleibt, da der Bedarf ja weiterhin bestehen wird. Die Kinder sollen laut Regierungsprogramm bei ihren Familien bleiben und dort unterstützt werden. Das machen wir ja bereits mit unseren Studenten bzw. Kindern, die in die teure Secondary School gehen, die sich die Eltern aber nicht leisten können.

Aber es gibt ja viele Kinder, die keine Eltern mehr haben. Wir können uns nicht vorstellen, wie das funktionieren soll!

Zu einem Ergebnis kamen wir natürlich nicht, wie auch!

18. März 26

Am Vormittag kam Marietta zu uns ins Hotel.

Wir trugen in das Kassenbuch die Zahlen für Februar ein und gingen das letzte Jahr noch einmal durch. Ein paar Fragen waren noch offen, die wir aber mit Eric klären müssen, da Marietta zu diesem Zeitpunkt in Mutterschaftsurlaub war.

Da sie ohne ihr Baby hier war, musste sie nach gut zwei Stunden wieder zurück.

Am Nachmittag unterhielten wir uns mit ein paar Gästen, die heute angekommen waren.

19. März 26

Am Nachmittag kam Eric zu uns.  Er wollte eigentlich früher da sein, es war allerdings der Vizepräsident unterwegs, wo auch Eric morgens war, und der Verkehr kam für Stunden zum Erliegen.

Eric informierte uns darüber, wie wir den Wassertank, der leckt, repariert bekommen. Es ist gar nicht so einfach, da eine sehr hohe Temperatur im Innern ist. Die Reparatur kann nur nachts gemacht werden. Er hatte das Material dafür bereits bestellt.

20. März 26

Heute ist ein Feiertag.

Wir wollten am Nachmittag zu den Kindern fahren, aber es war leider nicht möglich, da es nachts und vormittags so stark geregnet hatte, dass die Wege nicht befahrbar waren.

21. März 26

Nachts hatte es wieder stark geregnet, vormittags hörte es auf.

Wir fuhren mit Eric zum Einkaufen. Erst ins Naylas, um Süßigkeiten, Chips und Kuchen zu kaufen, anschließend zum Markt, wo wir Mangos, Äpfel, Ananas, Orangen und Wasser besorgten. Vitamintabletten mit Fruchtgeschmack brachten wir von zu Hause mit für den Geschmack im Wasser.

Eric hatte den Bus von den Schule Ocean of Wonders organisiert, der die Mädchen mittags ins Hotel brachte.

James, der Manager vom Hotel, stellte uns wieder die seitliche Beachbar zur Verfügung, wo wir einen schattigen Platz hatten, um zu essen und uns vom Schwimmen zu erholen.

Während der ersten zwei Stunden kam das Meer langsam zurück, sodass wir schwimmen üben konnten. Dann wurde die Flut hoch und wir hatten riesigen Spaß, mit den Wellen zu kämpfen. Die Mädchen wollten nicht mehr raus aus dem Meer.

Aber alles hat ein Ende und kurz vor sechs Uhr war Abfahrt.

Ein wunderschöner Tag ging zu Ende.

22. März 26

Nach dem Mittagessen holte uns Eric ab und wir fuhren ins Waisenhaus.

Überall stand das Wasser in tiefen Pfützen, zum Glück wurde die Hauptstraße letztes Jahr geteert und wir konnten den größten Teil gefahrlos passieren.

Der See vor dem Grundstück hatte das Tor noch nicht erreicht, sodass wir bis zum Haus fahren konnten.

Roland inspizierte mit Eric das Grundstück, und die Kleidung hatte endlich Abnehmer gefunden. Taschen und Jacken waren am gefragtesten.

Mama Magret fand in einer Tasche Schmuck, den sie zurück gab, aber der war auch für sie bestimmt.

Der Gärtner kam und wir pflanzten zusammen – eigentlich er pflanzte – Kokosnussbäume am Haus. Eric hatte 100 Stück gekauft, die in den nächsten Tagen am ganzen Grundstück eingepflanzt werden. Diese Sorte wächst schnell und wir werden sie verkaufen und dafür anderes Gemüse einkaufen. Mit dem Anbau von Mais sind wir leider in den letzten Jahren am Wetter gescheitert, entweder kein Regen oder zu viel Regen.

Unsere neue Mama Joys war auch da, sie hatte ihren kleinen Jungen im Alter von drei Jahren dabei. Dabei erfuhren wir, dass das zweite Kind unterwegs war, es soll im Juli zur Welt kommen. Wieder drei Monate mit nur zwei Mamas.

Es zog schon wieder ein Gewitter auf, und wir machten uns auf den Weg zurück ins Hotel.

23. März 26

Andrea fuhr am Nachmittag zu Mama Mini, unserer ehemalige Nählehrerin.

Sie ist die Ziehmutter unserer Conny, die Vollwaise ist. Wir gaben Andrea für Conny Kleidung und etwas Geld mit, da wir sie leider dieses Mal nicht sehen werden. Die Schule endet erst Ende nächster Woche.

24. März 26

Am Vormittag kam Eric ins Hotel, um die restlichen Fragen zu klären.

Es ging hautsächlich um die Reparatur  vom Regenwassertank. Er wird wasserfesten Zement und Eisen besorgen, um die undichten Stellen auszubessern, damit wir wieder das Regenwasser auffangen können.

Die gekauften Kokosnuss- und Cashew-Pflanzen werden die nächsten Tage eingepflanzt, da die Regenzeit dieses Jahr schon begonnen hat.

Der umgestürzte Zaun wird dann nach der Regenzeit repariert, d.h. die Pfähle werden einbetoniert.

Im Waisenhaus müssen die Türen und Fenster erneuert  werden, dies geschieht aber erst im Dezember, wenn die Kinder in den Schulferien bei den Angehörigen sind.

Wir luden Eric dann noch zum Mittagessen ein, dann musste er geschäftlich weg und kam am Nachmittag wieder zurück und wir fuhren gemeinsam ins Waisenhaus, um uns von den Kindern und den Mamas zu verabschieden.

Mit den Angestellten sprachen wir noch über ihre Wünsche und Pflichten, vor allem mit Marietta wegen ihrer Arbeitszeit. Sie soll erst am späten Vormittag zu arbeiten anfangen, um dann abends länger zu bleiben, um mit den Kindern zu lernen.

Die Mitarbeiter wollten wissen, wie es weitergeht, da ab 2030 – wie bereits geschrieben – die Kinder nicht mehr in einem Waisenhaus betreut werden sollen, sondern bei der eigenen Familie unterstützt werden sollen. Wie das funktionieren soll, weiß keiner, es gibt ja nach wie vor Kinder ohne Eltern bzw. Angehörige, wo sollen die dann hin. Auch das Jugendamt kann da keine Auskunft geben. Da aber nächstes Jahr eben Neuwahlen anstehen, hoffen wir alle, dass diese Regelung gekippt wird und wir weitermachen können.

Der Alternativplan für uns ist, junge Müttern, die keine Ausbildung haben, als Näherinnen auszubilden, sodass sie selbst für ihren Unterhalt sorgen können. Das würde auch unsere Angestellten absichern.

Die Kinder der Ocean of Wonders Schule kamen mit ihren Zeugnissen nach Hause und Eric schaute sie sogleich an. Dianas Zeugnis war nicht ganz so gut, und Eric führte ein „Motivationsgespräch“ mit ihr. Er fragte sie, warum sie in manchen Fächern nicht so gut ist, sie kann mit dem Schulbus zur Schule fahren, kriege dort zu essen und trinken, werde wieder nach Hause gefahren, und dann schlechte Noten! Will sie wieder in die staatliche Schule gehen, fragte er sie. Natürlich nicht, aber solche Gespräche führt Eric in dieser Art.

Mit Einbruch der Dunkelheit verabschiedeten wir uns und versprachen nächstes Jahr wieder zu kommen. Sie meinten, wir sollen schon im Oktober wieder kommen. Da die Reise aber für uns auch immer anstrengender wird, haben wir uns entschlossen, nur einmal im Jahr nach Kenia zu unseren Mädels zu reisen.

Inzwischen ist es auch nicht mehr erforderlich, zweimal im Jahr dort zu sein, da die Abläufe im Großen und Ganzen reibungslos funktionieren.

24. März 26

Heute verbrachten wir den Tag am Pool. Wir verteilten noch einige Kleidungsstücke an die Leute am Strand, die wir auch schon jahrelang kennen und etwas unterstützen.

25. März 26

Mittags fuhren wir alle gemeinsam mit dem Bus zum Flughafen nach Mombasa, von dort ging es abends mit dem Flieger nach Addis Abeba und nach Mitternacht weiter nach Frankfurt, wo wir früh morgens ankamen.

Nach einem kleinen Frühstück bei den Schnabels fuhren wir zurück nach Buxheim.

Eine anstrengende, aber wunderschöne Reise ging wieder mal zu schnell zu Ende.